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	<title>Musiktheorie Archive &#8211; SystMus</title>
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	<description>Online-Magazin des Instituts für Systematische Musikwissenschaft</description>
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	<title>Musiktheorie Archive &#8211; SystMus</title>
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	<item>
		<title>Frühe Komponistinnen</title>
		<link>https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/fruehe-komponistinnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mathilda Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jan 2026 07:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Definitionen ‒ Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Barock]]></category>
		<category><![CDATA[klassische musik]]></category>
		<category><![CDATA[komposition]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[Musiktheorie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bach, Chopin, Beethoven: Komponisten kennt man einige. Doch welche frühen Komponistinnen gibt es, die Sie unbedingt kennen sollten? Wir stellen Ihnen die ersten und bedeutendsten Komponistinnen der Geschichte vor. Ihre Werke und Errungenschaften haben nicht nur neue musikalische Maßstäbe gesetzt,... <a class="more-link" href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/fruehe-komponistinnen/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="keyword-text _ngcontent-zqp-105" aria-label="">
<p>Bach, Chopin, Beethoven: Komponisten kennt man einige. Doch welche frühen Komponistinnen gibt es, die Sie unbedingt kennen sollten? Wir stellen Ihnen die ersten und bedeutendsten Komponistinnen der Geschichte vor. Ihre Werke und Errungenschaften haben nicht nur neue musikalische Maßstäbe gesetzt, sondern auch den Weg für zukünftige Generationen von Musikerinnen geebnet.</p>
<h2>Die ersten Komponistinnen</h2>
<p>Bereits im Mittelalter und in der Renaissance gab es einige Frauen, die ihre eigene Musik komponierten und teilweise auch veröffentlichten. Obwohl es für sie als Frauen besonders schwer war, sich gegenüber ihren männlichen Kollegen und der gesellschaftlichen Ordnung durchzusetzen, haben einige von ihnen Beeindruckendes auf die Beine gestellt.</p>
<div id="attachment_7204" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/Bild-Komponistinnen.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7204" class="wp-image-7204 size-full" src="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/Bild-Komponistinnen.jpg" alt="Wichtig für frühe Komponistinnen: Klaviatur mit Notenpapier und Schreibfeder. Foto: Mathilda Meyer" width="300" height="169" /></a><p id="caption-attachment-7204" class="wp-caption-text">Klaviatur mit Notenpapier und Schreibfeder. Vor allem für frühere Komponistinnen waren die Klaviatur und das Notenpapier essenziell für ihre Arbeit. Foto: Mathilda Meyer</p></div>
<h3>Hildegard von Bingen</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Geschichte weiblicher Komponistinnen beginnt früher, als man vielleicht denkt: nämlich im zwölften Jahrhundert mit Hildegard von Bingen. Die deutsche Nonne und Benediktinerin lebte von 1098 bis 1179 und ist bis heute eine wichtige Figur in der katholischen Kirche. Das Komponieren war dabei nicht ihre Haupttätigkeit: Hildegard war Universalgelehrte und hat einige wichtige Schriften, unter anderem über die Emanzipation der Frau, verfasst. Ihr größtes musikalisches Werk heißt „Ordo Virtutum“, es ist ein Musikdrama mit Gesängen, in dem die Tugenden und der Teufel um die Seele kämpfen. Im Jahr 2012 wurde Hildegard von Bingen vom Papst heiliggesprochen.</span></p>
<h3>Maddalena Casulana Mezari</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die genauen Geburts- und Sterbedaten der Italienerin Maddalena Casulana sind unbekannt, vermutlich wurde sie jedoch um 1544 geboren. Bekannt ist sie vor allem als erste Frau, die ihre eigenen Kompositionen drucken und somit auch veröffentlichen ließ. Komponiert hat sie fast ausschließlich Madrigale, also eine Art Singgedichte. Casulana war auch über Italiens Grenzen hinaus bekannt, obwohl ihre Werke nur in Venedig gedruckt wurden. Des Weiteren war sie auch Sängerin und Lautenistin und trat in verschiedenen europäischen Städten auf.</span></p>
</div>
<h2>Komponistinnen des Barocks</h2>
<p>Die Epoche des Barock lässt sich etwa auf den Zeitraum von Beginn des 17. Jahrhunderts bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts begrenzen. Musikalische Merkmale sind:</p>
<ul>
<li><strong>die Ornamentik</strong>: das Verzieren und Ausschmücken der Stücke</li>
<li><strong>die Dynamik</strong>: durch den Einsatz des Hammerklaviers konnte man gezielt laut oder leise spielen</li>
<li><strong>der</strong> <strong>Basso Continuo</strong> (Generalbass): eine eigene, durchlaufende Bassstimme, die begleitend zur Melodie eingesetzt wird</li>
</ul>
<h3>Francesca Caccini</h3>
<p>Die Italienerin Francesca Caccini lebte vermutlich zwischen 1587 und 1641. Sie stammte aus einer Künstlerfamilie und arbeitete am Hof der Medici. Früh wurde sie zur Musikerin und Komponistin ausgebildet und war außerdem hoch anerkannt. Caccinis Kompositionsstil enthält sowohl Elemente der Renaissance als auch des frühen Barock. Besonders hervorzuheben ist ihre gesangliche Begabung, die ihr den Beinamen „La Cecchina“ (= der Singvogel) einbrachte — sowie die Tatsache, dass sie die erste Frau war, die eine Oper schrieb.</p>
<h3>Barbara Strozzi</h3>
<p>Geboren im Jahr 1619 als angebliche Adoptivtochter des venezianischen Adeligen Giulio Strozzi, erhielt Barbara Strozzi bereits früh Musikunterricht. Sie war eine hervorragende Sängerin und vertonte viele Texte männlicher Intellektueller. Das Hauptthema ihrer Sologesänge war jedoch die Liebe und das damit verbundene Leid. Sie hatte vier uneheliche Kinder und war bis zu ihrem Tod 1677 alleinstehend. Beeindruckend ist vor allem ihr großes Werk, das aus acht Sammlungen besteht, darunter finden sich Arien, Kantate und Madrigale. Barbara Strozzi gilt als Erfinderin der Kantate und ist bis heute für die emotionale Tiefe und Virtuosität ihrer Werke bekannt.</p>
<h2>Klassische Komponistinnen</h2>
<h3>Marianna Martines</h3>
<p>Joseph Haydn hatte sie als Schülerin: Marianna Martines, einer neapolitanischen Familie mit spanischen Vorfahren entstammend, wurde 1744 in Wien geboren und genoss durch die guten Kontakte ihrer Eltern ausgezeichnete musikalische Bildung. Als sie 17 Jahre alt war, wurden bereits erste Werke von ihr aufgeführt. 1773 nahm die Accademie Filarmonica Bologna sie auf — damit war Martines dank ihres Talents die erste Frau überhaupt in dieser angesehenen Runde. Sie schrieb eine Vielzahl an Werken, darunter einige Kantaten, Sonaten sowie Sinfonien und Oratorien. Außerdem war sie eine begabte Pianistin.</p>
<h3>Maria Theresia von Paradis</h3>
<p>Die Wienerin Maria Theresia von Paradis wurde 1759 geboren. In Anbetracht ihrer Umstände ist ihre Geschichte besonders bemerkenswert. Denn Maria Theresia war seit früher Kindheit blind. Trotzdem wurde sie eine erfolgreiche Musikerin und Komponistin. In den 1780er Jahren war sie für drei Jahre in ganz Europa unterwegs und gab Konzerte. Außerdem hatte sie einen Notensetzkasten, mithilfe dessen sie selbstständig Kompositionen anfertigen konnte. Über ihr eigenes musikalisches Schaffen hinaus setzte sie sich für junge blinde Menschen und junge Musikerinnen ein und unterrichtete diese auch selbst. Das bis heute berühmteste Werk von Maria Theresia heißt „Sicilienne“.</p>
<p>Wir hoffen, Ihnen hat dieser Artikel von uns gefallen und Sie haben einen guten Überblick über einige der bedeutendsten frühen Komponistinnen erhalten. Anhören können Sie sich viele der genannten Werke auf Youtube, hier finden Sie zum Beispiel die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=XMGXWwXnEWw">Sicilienne</a>.</p>
<p>Wenn Sie weitere berühmte Persönlichkeiten der Musikgeschichte interessieren, lesen Sie doch gerne unsere Artikel über <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/franzoesische-komponisten-von-barock-bis-in-die-moderne/">Französische Komponisten</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Quellen</h4>
<ul>
<li>https://www.br-klassik.de/themen/klassik-entdecken/alte-musik/stichwort-hildegard-von-bingen-100.html</li>
<li>https://mugi.hfmt-hamburg.de/receive/mugi_person_00000080</li>
<li>https://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/komponistin-maddalena-casulana-wiederentdeckt-100.html</li>
<li>https://www.kunstplaza.de/musik/barockmusik-kennzeichnende-merkmale/</li>
<li>https://www.br-klassik.de/themen/klassik-entdecken/alte-musik/stichwort-barbara-strozzi-100.html</li>
<li>https://www.ndr.de/kultur/musik/klassik/Francesca-Caccini-Komponistin-am-Hof-der-Medicis,francescacaccini100.html</li>
<li>https://www.berliner-philharmoniker.de/stories/marianna-martines/</li>
<li>https://www.archiv-frau-musik.de/archives/augen-zu-lass-die-ohren-nicht-glauben-maria-theresia-paradis</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Was sind Kadenzen?</title>
		<link>https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/was-sind-kadenzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mathilda Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jan 2026 20:38:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Definitionen ‒ Musik]]></category>
		<category><![CDATA[komposition]]></category>
		<category><![CDATA[Musikproduktion]]></category>
		<category><![CDATA[Musiktheorie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kadenzen in der Musik finden Sie am Ende einzelner Abschnitte oder eines ganzen Musikstücks. Das kann man auch sehr gut hören. Vielleicht ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass das Ende eines Stückes meistens sehr passend und gut klingt. Oder Sie... <a class="more-link" href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/was-sind-kadenzen/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/was-sind-kadenzen/">Was sind Kadenzen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de">SystMus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kadenzen in der Musik finden Sie am Ende einzelner Abschnitte oder eines ganzen Musikstücks. Das kann man auch sehr gut hören. Vielleicht ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass das Ende eines Stückes meistens sehr passend und gut klingt. Oder Sie hatten vielleicht schon einmal das Gefühl, da fehlt noch etwas, das Stück ist noch nicht richtig beendet. Um zu verstehen, warum das so ist, sollte man die verschiedenen Arten von Kadenzen und ihre Wirkung kennen. Welche unterschiedlichen Kadenzen es gibt, und wofür das Wissen über Kadenzen nützlich sein kann, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.</p>
<h2>Wofür braucht man Kadenzen?</h2>
<p>Da am Ende eines jeden Musikstückes irgendeine Form von Kadenz zu finden ist, kann es sich lohnen, sich einmal genauer mit diesen auseinander zu setzen. Vor allem kann die Kenntnis der unterschiedlichen Kadenzen nützlich sein, um</p>
<ul>
<li>zu verstehen, warum sich manche Schlusswendungen abgeschlossen anhören und bei anderen noch eine Spannung in der Luft hängt</li>
<li>einen passenden Schluss mit der gewünschten Wirkung für eigene Kompositionen zu finden</li>
<li>bei einer Improvisation zu einem schnellen, aber guten, Ende zu kommen
<p><div id="attachment_7357" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/kadenzen-Bild.png"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7357" class="size-full wp-image-7357" src="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/kadenzen-Bild.png" alt="Übersicht Kadenzen" width="300" height="169" /></a><p id="caption-attachment-7357" class="wp-caption-text">Übersicht Kadenzen. Grafik: Mathilda Meyer</p></div></li>
</ul>
<h2>Was sind Kadenzen — kurze Erklärung</h2>
<p>Kadenzen sind Schlusswendungen, die für eine bestimmte Wirkung am Ende eines Stückes sorgen. Eine Kadenz besteht aus mehreren Akkorden, die auf verschiedenen Tonleiterstufen aufgebaut sind. Welche Stufen das jeweils sind, ist von der Art der Kadenz abhängig. Wichtige Grundlage für das Verstehen der Kadenzen ist daher die Kenntnis der Hauptfunktionen einer Tonleiter. Wer also noch schnell sein Wissen über Tonika, Dominante und Subdominante auffrischen möchte, kann unseren Artikel über den <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wie-funktioniert-der-quintenzirkel/">Quintenzirkel</a> lesen. Diese Begriffe werden im Folgenden mit T für Tonika, D für Dominante und SD für Subdominante abgekürzt.</p>
<h2>Aufbau einer Kadenz</h2>
<p>Eine Kadenz besteht grundsätzlich aus drei Teilen:</p>
<ul>
<li>Antepenultima: Die Antepenultima ist der drittletzte Teil der Kadenz. An dieser Stelle können verschiedene Funktionen stehen.</li>
<li>Penultima: Die Penultima ist der vorletzte Teil der Kadenz und bereitet auf die Ultima vor.</li>
<li>Ultima: Die Ultima bildet den allerletzten Akkord der Kadenz bzw. des Stückes. Hier entscheidet sich auch endgültig die Art der Kadenz &#8211; je nachdem auf welcher Stufe einer Tonleiter man endet, liegt eine andere Kadenz vor.</li>
</ul>
<h2>Was sind Kadenzen — Verschiedene Schlusswendungen vorgestellt</h2>
<p>Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Formen von Kadenzen vor. Wir erklären, wie sie aufgebaut sind und wie sie auf die Hörer&#8217;innen wirken.</p>
<h3>Ganzschluss</h3>
<p>Die vollkommene Kadenz (auch Vollschluss, authentische Kadenz) ist der „klassische”, stimmige Schluss eines Stückes. Das besondere Merkmal der vollkommenen Kadenz ist der Übergang von der Dominante (5. Stufe) in die Tonika (1. Stufe) am Ende. An der Stelle der Antepenultima steht hier meist ein subdominantischer Klang (4. Stufe).  Die authentische Kadenz im Speziellen teilt sich außerdem noch in zwei Kategorien auf.</p>
<ul>
<li>Bei der <strong>vollkommenen authentischen Kadenz</strong> stehen der Dominant- sowie der Tonika-Akkord in <strong>Gundstellung</strong>. Das bedeutet, der Grundton des Akkords ist auch der jeweilige Basston. Außerdem steht beim Tonika-Akkord der Grundton in der Melodiestimme <strong>(Oktavlage</strong>).</li>
<li>Die <strong>unvollkommene authentische Kadenz </strong>hingegen erfüllt mindestens eine dieser beiden Bedingungen nicht.</li>
</ul>
<p>In C-Dur sieht ein Ganzschluss folgendermaßen aus:</p>
<ol>
<li>F-Dur (SD)</li>
<li>G-Dur (D)</li>
<li>C-Dur (T)</li>
</ol>
<h3>Halbschluss</h3>
<p>Ein Halbschluss ist im Prinzip eine nicht abgeschlossene Vollkadenz. Hier fehlt nämlich die Tonika am Ende. Der Halbschluss endet auf der fünften Stufe, der Dominante. Die Dominante baut Spannung auf. Beim Halbschluss endet der Abschnitt dort &#8211; die Spannung bleibt unaufgelöst und wird nicht in der Tonika gelöst.</p>
<p>Ein Halbschluss in der Tonart C-Dur wäre also folgendermaßen aufgebaut:</p>
<ol>
<li>F-Dur (SD)</li>
<li>G-Dur (D)</li>
</ol>
<h3>Trugschluss</h3>
<p>Der Trugschluss enthält, wie der Name schon sagt, eine unerwartete Wendung. Denn an Stelle der Ultima steht hier nicht etwa die Tonika, sondern eine andere Funktion. Meist ist das die Tonikaparallele in Dur oder der Tonikagegenklang in Moll. Auch der Trugschluss ist also nicht endgültig, sondern verlangt ebenfalls nach einer Auflösung in die Tonika.</p>
<p>Ein Beispiel für C-Dur:</p>
<ol>
<li>G-Dur (D)</li>
<li>a-Moll (sechste Stufe, Tonikaparallele)</li>
</ol>
<p>In a-Moll hingegen kann ein Trugschluss folgendermaßen aussehen:</p>
<ol>
<li>E-Dur (D)</li>
<li>C-Dur (dritte Stufe, Tonikagegenklang)</li>
</ol>
<h3>Plagalschluss</h3>
<p>Die plagale Kadenz endet wie die vollkommene Kadenz auf der ersten Stufe. Allerdings unterscheidet sich hier die Funktion, die an der Stelle der Penultima steht. Das ist nämlich die Subdominante. Der Plagalschluss zeichnet sich also durch den Übergang von der Subdominante in die Tonika aus. Dies klingt etwas weniger spannungsvoll als die vollkommene Kadenz.</p>
<p>Ein Plagalschluss in C-Dur enthält die folgenden Akkorde:</p>
<ol>
<li>F-Dur (SD)</li>
<li>C-Dur (T)</li>
</ol>
<h2>Die picardische Terz</h2>
<p>Die picardische Terz kann bei Kadenzen vorkommen, die grundsätzlich in einer Moll-Tonart stehen. Hier wird bei einer vollkommenen Kadenz am Ende nicht der Moll-Akkord auf der Tonika aufgebaut, sondern der Dur-Akkord. Die Terz des Moll-Akkords wird also um einen Halbton erhöht. Damit kann auch ein eher ernstes oder melancholisches Stück am Ende einen hellen, aufmunternden Klang haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir hoffen, Ihnen hat dieser Artikel gefallen und Sie konnten etwas dazu lernen. Für Interessierte rund um das Thema Harmonielehre könnte auch unser Artikel über die <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/was-sind-kirchentonarten/">Kirchentonarten</a> spannend sein. Noch tiefer in die Materie geht es zum Beispiel im Buch „<a href="https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-031-26863-2">Psychakustische Schallfeldsynthese für Musik</a>” von Tim Ziemer (2023).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/was-sind-kadenzen/">Was sind Kadenzen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de">SystMus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wie funktioniert der Quintenzirkel?</title>
		<link>https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wie-funktioniert-der-quintenzirkel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mathilda Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2025 06:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Definitionen ‒ Musik]]></category>
		<category><![CDATA[komposition]]></category>
		<category><![CDATA[Musiktheorie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie funktioniert eigentlich der Quintenzirkel? Wie kann man daraus die Vorzeichen für Dur-, Moll- und Parallel-Tonarten ablesen? Diese Fragen beantworten wir für Sie. Außerdem erklären wir, was die Begriffe Tonika, Dominante, Subdominante und Doppeldominante bedeuten. Dabei gehen wir auf Elemente... <a class="more-link" href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wie-funktioniert-der-quintenzirkel/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie funktioniert eigentlich der Quintenzirkel? Wie kann man daraus die Vorzeichen für Dur-, Moll- und Parallel-Tonarten ablesen? Diese Fragen beantworten wir für Sie. Außerdem erklären wir, was die Begriffe Tonika, Dominante, Subdominante und Doppeldominante bedeuten. Dabei gehen wir auf Elemente aus der Funktionstheorie und der Harmonielehre ein.</p>
<h2>Quintenzirkel: Aufbau, Dur und Moll, Vorzeichen</h2>
<p>Zuallererst klären wir die Frage, was denn der Quintenzirkel überhaupt ist, wofür er nützlich ist und wie er sich zusammensetzt.</p>
<h3>Was ist der Quintenzirkel?</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Quintenzirkel ist ein wichtiges Werkzeug der Musiktheorie und </span>besteht, wie der Name schon sagt, aus Quinten: Das sind Intervalle im Abstand von fünf Tönen, also zum Beispiel von C bis G. Nutzen Sie den Quintenzirkel, um:</p>
<ul>
<li>die Tonart eines Stückes herauszufinden</li>
<li>Parallel-Tonarten zu identifizieren</li>
<li>interessante Harmoniewechsel zu komponieren</li>
<li>die Vorzeichen einer Tonart zu ermitteln</li>
<li>verwandte Tonarten zu finden</li>
</ul>
<div id="attachment_7363" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/quintenzirkel-bild.png"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7363" class="wp-image-7363 size-medium" src="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/quintenzirkel-bild-300x169.png" alt="Quintenzirkel. Grafik: Dr. Arvid Ong" width="300" height="169" srcset="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/quintenzirkel-bild-300x169.png 300w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/quintenzirkel-bild-768x432.png 768w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/quintenzirkel-bild-945x532.png 945w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/quintenzirkel-bild-600x338.png 600w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/quintenzirkel-bild.png 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-7363" class="wp-caption-text">Quintenzirkel. Grafik: Dr. Arvid Ong</p></div>
<h3>Dur und Moll</h3>
<p>Seit der klassischen westlichen Musik sind zwei Grundstimmungen verbreitet, die den Charakter eines Musikstückes maßgeblich beeinflussen: Dur und Moll. Während Dur einen hellen, fröhlichen Klang hat, hört sich Moll eher melancholisch, traurig oder ernst an. Ob ein Stück in Dur oder Moll geschrieben ist, lässt sich deshalb meist bereits beim ersten Hören feststellen.</p>
<p>Ein entscheidender Unterschied zwischen Dur und Moll ist der Aufbau der Tonleitern, also die Aufteilung in Ganz- und Halbtonschritte. Am besten lässt sich das am Beispiel von C-Dur und a-Moll erklären: Da beide Tonarten keine Vorzeichen haben, also nur aus den weißen Tasten auf dem Klavier bestehen, sind die Halbtonschritte leicht zu erkennen: zwischen E und F sowie zwischen H und C befindet sich je ein Halbtonschritt, an diesen Punkten liegen zwei weiße Tasten direkt nebeneinander. Bei den Ganztonschritten hingegen liegt noch eine schwarze Taste dazwischen.</p>
<p>Da man bei C-Dur vom C ausgeht und dieses als 1. Stufe der Tonleiter ansieht, ergeben sich die Halbtonschritte zwischen der 3. (E) und 4. (F) sowie zwischen der 7. (H) und 8. (C) Stufe. Bei a-Moll hingegen, dass vom A als 1. Stufe ausgeht, befinden sich die Halbtonschritte dementsprechend zwischen der 2. (H) und 3. (C) sowie zwischen der 5. (E) und der 6. (F) Stufe.</p>
<p>Diese Anordnung der Halb- und Ganztöne wird auf jede Dur- bzw. Moll-Tonart übertragen, sodass sich daraus automatisch die entsprechenden Vorzeichen ergeben, die dann auch im Quintenzirkel zu finden sind.</p>
<h3>Aufbau des Quintenzirkels</h3>
<p>Strukturiert ist der Quintenzirkel folgendermaßen: Es gibt einen Dur- und einen Moll-Quintenzirkel, in einigen Abbildungen findet man sie auch zusammen als inneren (Moll) und äußeren Kreis (Dur). Der Quintenzirkel beginnt oben mit C-Dur bzw. a-Moll. Diese beiden Tonleitern bestehen nur aus den Stammtönen (C, D, E, F, G, A, H) und haben dementsprechend (zumindest natürlicherweise) keine Vorzeichen. Da sie also dasselbe Tonmaterial haben, nennt man sie auch Paralleltonarten.</p>
<h3>Vorzeichen im Quintenzirkel</h3>
<p>Vom Startpunkt oben geht es jetzt immer eine Quinte aufwärts: Vom C zum G im Dur-Zirkel, vom a zum e im Moll-Zirkel &#8211; wir bewegen uns im Uhrzeigersinn. Für jeden Schritt nach rechts, also jede Quinte aufwärts, kommt ein Kreuz-Vorzeichen dazu. Die Reihenfolge ist dabei wie folgt: fis, cis, gis, dis, ais, eis, his. Unten angekommen, geht es auf der linken Seite mit b-Vorzeichen weiter. Hier kommt wieder von oben nach unten (diesmal gegen den Uhrzeigersinn) je ein Vorzeichen hinzu. In dieser Richtung wird dann mit Quintsprüngen nach unten (oder auch Quartsprüngen nach oben) gearbeitet. Die b-Vorzeichen werden in folgender Reihenfolge hinzugefügt: b, es, as, des, ges, ces, fes.</p>
<p>Um sich die Reihenfolge der Durtonarten mit Kreuzvorzeichen im Quintenzirkel zu merken, kann man folgenden Satz zur Merkhilfe verwenden: <strong>G</strong>eh <strong>D</strong>u <strong>A</strong>lter <strong>E</strong>sel <strong>H</strong>ole <strong>Fis</strong>ch. Der Merksatz zu b-Vorzeichen ist: <strong>F</strong>rische <strong>B</strong>rötchen <strong>es</strong>sen <strong>As</strong>sessoren <strong>des</strong> <strong>Ges</strong>etzes.</p>
<h3>Was sind Paralleltonarten?</h3>
<p>Wie oben bereits beschrieben, sind Tonarten mit demselben Tonmaterial Paralleltonarten. Sie sind einfach zu finden, da sie im Dur- und im Moll-Quintenzirkel an derselben Stelle stehen (wie z.B. C-Dur und a-Moll) und die gleichen Vorzeichen haben. Außerdem liegt die parallele Moll-Tonart immer eine kleine Terz (drei Halbtonschritte) tiefer als die entsprechende Dur-Tonart. Trotzdem klingen sie nicht gleich, denn sie haben einen anderen Grundton (C bzw. a).</p>
<h2>Tonleiterstufen und ihre Funktionen</h2>
<p>Viele der sieben Tonleiterstufen haben eine besondere Funktion. Die Funktionstheorie ist ein Mittel der Harmonielehre und hilft Ihnen dabei, Kompositionen zu verstehen und selber zu komponieren:</p>
<ul>
<li><strong>Tonika</strong>: Die Tonika ist die erste Tonleiterstufe, im Fall von C-Dur dementsprechend das C und somit auch der Grundton. Sie bildet damit das harmonische Zentrum und fungiert als Ausgangs- und Zielpunkt.</li>
<li><strong>Dominante</strong>: Die Dominante ist die fünfte Stufe einer Tonleiter und liegt eine Quinte über der Tonika. Bei C-Dur ist das G die Dominante. Durch sie kann Spannung aufgebaut werden, die dann durch das Zurückkehren zur Tonika aufgelöst wird.</li>
<li><strong>Subdominante</strong>: Die Subdominante liegt eine Stufe unter der Dominante, nämlich auf der vierten Stufe. Sie ist eine Quarte aufwärts oder auch eine Quinte abwärts der Tonika gelegen. Ihre Funktion ist die Vorbereitung auf die Dominante, somit leitet sie auch erste Spannungen ein. In der C-Dur-Tonleiter ist das F die Subdominante.</li>
<li><strong>Doppeldominante</strong>: Die Doppeldominante ist die Dominante der Dominante &#8211; da die Dominante von C-Dur das G ist, muss man nun vom G noch eine weitere Quinte aufwärtsgehen, um dann die Doppeldominante, das D, zu finden. Kurz gesagt ist die Doppeldominante immer die zweite Stufe einer Tonleiter</li>
</ul>
<p>Auf den einzelnen Tonleiterstufen können Sie nun, nach den Regeln der Harmonielehre, jeweils einen Akkord aufbauen. Der Tonika-Akkord bleibt dabei in Dur oder Moll, je nach Tonart. Auf der Dominante und Doppeldominante wird immer ein Dur-Akkord aufgebaut. Der Subdominant-Akkord hingegen bleibt ebenfalls meist in der ursprünglichen Tonart. So können Sie stimmige Akkordfolgen erstellen, zum Beispiel Tonika — Subdominante — Dominante — Tonika.</p>
<p>Wer gerne direkt weiterlesen möchte, kann das in unseren Artikeln über die <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/stimmungen-die-wichtigsten-europaeischen-im-ueberblick/">Europäischen Stimmungen</a> und die <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/was-sind-kirchentonarten/">Kirchentonarten</a> tun.</p>
<p>Weitere spannende Informationen finden Sie auch im Kapitel „<a href="https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-031-26863-2_2">Räumliche Konzepte der Musik</a>“ aus dem Buch „Psychoakustische Schallfeldsythese für Musik“ von Tim Ziemer (2023).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wie-funktioniert-der-quintenzirkel/">Wie funktioniert der Quintenzirkel?</a> erschien zuerst auf <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de">SystMus</a>.</p>
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