VST programmieren – grenzenlose Möglichkeiten! Die Technik entwickelt sich rasant, und mit ihr wachsen die kreativen Freiheiten in der Musik. Virtuelle Studios ermöglichen den Einsatz vielseitiger PlugIns, digitale Instrumente eröffnen neue Klangwelten, und moderne Musikproduktionen profitieren von unbegrenzten Möglichkeiten. In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie die Programmierung eines VST-PlugIns abläuft.

VST-Begriffe

Bevor man mit der Programmierung eines VST-PlugIns beginnt, ist es empfehlenswert, sich zunächst mit einigen grundlegenden und essenziellen Begriffen vertraut zu machen. Diese Kenntnisse erleichtern das Verständnis der technischen Abläufe und ermöglichen eine effizientere Entwicklung.

  • Virtual Studio Technology, kurz VST genannt, ist eine von Steinberg entwickelte Schnittstelle für Audio-Plugins, die die Integration unterschiedlichen Tonaufnahmegeräten und Instrumenten ermöglicht. Sie bedient sich digitaler Signalverarbeitung, um so bestimmte Geräte zu simulieren. Es können über eine Programmierschnittstelle digitale Effektgeräte und Instrumente innerhalb einer Musiksoftware eingesetzt werden.
  • Ein PlugIn beschreibt ein Zusatzprogramm, welches die Funktionen von Webanwendungen und Desktop-Programmen ergänzt. Wenn ein PlugIn installiert wurde, wird die jeweilige Anwendung mit zusätzlichen Funktionen erweitert, ohne das Änderungen am Kerncode erforderlich sind.
  • Software Development Kit, kurz SDK ist ein Set von Entwicklungswerkzeugen, die von einem Unternehmen bereitgestellt werden und zur Entwicklung einer Software dient. Für die VST Programmierung ist das VST3 SDK von Steinberg das wichtigste Werkzeug.
  • C++ ist eine Programmiersprache, die häufig für die Entwicklung von Audio-PlugIns verwendet wird, da sie eine hohe Performance und Kontrolle über Systemressourcen bietet. Für die Erlernung dieser Programmiersprache können wir Ihnen

Einsatz von VST-PlugIns

VST-Effekte werden viel im Bereich der Musikproduktion eingesetzt, beispielsweise bei dem Mastern von Musik. Auch beim Komponieren von elektronischer Musik sind VST-Effekte heutzutage nicht mehr wegzudenken. Die Software von VST bringt auch die Möglichkeit mit sich, mit Audiosignalen zu kommunizieren. Das bildet die Grundlage, sich virtueller Effektgeräte zu bedienen, wie beispielsweise den Reverb, Equalizer oder auch den Kompressor. Bei vielen Hosts ist das Verketten unterschiedlicher VST-Effekte möglich. Das hat zur Folge, dass der Originalsound individuell verändert werden kann. Ein klassisches Beispiel dafür ist das Auto-Tune, bei welchem digital die Tonhöhen geändert und angepasst werden können. Das hat eine Klangveränderung zur Folge.

Um ein VST zu programmieren, benötigt man einige Tools, die man vorab installieren muss.

Eine VST-Programmierung wird häufig in der Musikproduktion verwendet. Bild: Pixabay

Vorbereitung zur VST-Programmierung

Für die Programmierung eines eigenen VST-PlugIns können Sie folgende Tools installieren.

  • IDE (Visual Studio oder Xcode)
  • C++ Compiler (MSVC, Clang, GCC)
  • VST3 SDK
  • Audio Framework (Juce, iPlu2, etc.)
  • Build-Tools (CMake)
  • DAWS (zum Testen der PlugIns)
  • Git für Versionskontrolle

Mit diesen Tools sind Sie bestens gerüstet, um in die VST-PlugIn-Programmierung einzutauchen. Um Ihnen das Programmieren zu erleichtern, können wir Ihnen die Tutorials auf der Steinberg Webseite empfehlen.

Durchführung einer VST-Programmierung

Man muss zunächst die nötigen Tools installieren, um ein eigenes PlugIn zu entwickeln. Dazu gehören die VST 3 SDK von Steinberg, eine Entwicklungsumgebung wie Xcode oder Visual Studio sowie CMake für die Projektgenerierung. Zudem wird eine DAW wie Cakewalk oder FruityLoops Studio benötigt, um das PlugIn zu testen. Nach dem Einrichten der Umgebung kann der bereitgestellte Quellcode geladen und erste Änderungen an bestehenden PlugIns vorgenommen werden.

Erstellung eines eigenen PlugIns

Um ein eigenes VST-PlugIn zu entwickeln, benötigt man eine geeignete Entwicklungsumgebung wie JUCE oder Steinberg’s VST SDK. Zunächst wird das Grundgerüst des PlugIns erstellt, inklusive der DSP-Algorithmen zur Klangbearbeitung. Anschließend folgt die Gestaltung der Benutzeroberfläche mit Reglern und Anzeigen. Nach der Implementierung werden Tests durchgeführt, um die Stabilität und Klangqualität sicherzustellen. Abschließend wird das PlugIn kompiliert und für verschiedene Plattformen bereitgestellt. Eine gute Dokumentation erleichtert die spätere Nutzung und Weiterentwicklung.

In weiteren Artikel helfen wir Ihnen Ihr eigenes Homestudio einzurichten oder welche Australischen Band und Musiker’innen Sie auf jeden Fall kennen sollten.

Quellen

Krug, Katharina (2022). Was ist Visual Studio? Verständlich erklärt.

Pianoo (2018). VST. Software-Schnittstelle und Recording-Revolution.

Steinberg Media Technologies GmbH (2022). VST 3 Developer Portal.