Die BPM (Beats Per Minute) spielen im Hip-Hop eine zentrale Rolle und sind maßgeblich für die Charakteristik der jeweiligen Subgenres verantwortlich. Das Genre Hip Hop hat eine große Vielfalt an Tempi, das von langsam und entspannt bis hin zu schnellen, energetischen Beats. Mit diesem Artikel verschaffen Sie sich einen Überblick über die unterschiedlichen BPM-Bereiche, die in den verschiedenen Strömungen des Hip-Hop-Genres vertreten sind.

Defintion BPM (Beats Per Minute)

Die Beats Per Minute sind eine Maßeinheit, die in der Musik verwendet wird, um das Tempo eines Stückes zu beschreiben. Sie geben den Puls in Schlägen (Beats) pro Minute an. Dieser Puls muss nicht hörbar in der Musik vorkommen, wie ein Metronom. Im weit verbreiteten Vier-Viertel-Takt und dem etwas selteneren Drei-Viertel-Takt sind BPM die Anzahl an Vierteln je Minute. Im Sieben-Achtel-Takt bezieht sich „Beats“ entsprechend auf die Anzahl an Achteln.

BPM im Hip-Hop wird vom Metronom durch gleichmäßige Klicks hörbar gemacht Quelle: Pixabay https://pixabay.com/de/photos/musik-metronom-ticken-zeit-780588/

BPM im Hip-Hop wird vom Metronom durch gleichmäßige Klicks hörbar gemacht Foto: Pixabay

Eine Beats-Per-Minute-Angabe von 70 bis 90 entspricht einem langsameren Tempo, die Verwendung von 120 bis 160 Schlägen pro Minute findet sich in schnellerer Musik. Die BPM-Angabe hat nicht nur für Musiker’innen, sondern auch für DJ’s einen hohen Stellenwert. Denn mit demselben Tempo können sie Songs perfekt zusammenmischen und aneinanderreihen.

BPM im Hip-Hop

In diesem Artikel stelle ich Ihnen fünf BPM-Spektren vor:

  1. Oldschool-Hiphop und Lofi
  2. Trap-Rap
  3. G-Funk
  4. Drill (auch UK-Drill)
  5. Fusionierung mit anderen Genres

Die angegebenen BPM-Bereiche sind typisch, aber kein Muss.

BPM im Oldschool Hip-Hip

Oldschool Hip-Hop ist ein Subgenre, das ab den späten 1980ern populär wurde. Er zeichnet sich durch harte Drums und sample-basierte Beats aus. Der Begriff „Sample“ gilt als ein Ausschnitt oder eine Tonaufnahme eines bereits existierenden Klangstücks, welches in einer neuen Komposition weiterverarbeitet wird. Die BPM liegen meist zwischen 85 und 100, was den Tracks eine kraftvolle, aber groovige Energie verleiht. Im Gegensatz dazu steht Lofi Hip-Hop, der mit seinen langsamen BPM von etwa 60 bis 90 eine entspannte und atmosphärische Klanglandschaft erzeugt. Diese instrumentalen Beats sind oft melodisch und tragen zur allgemeinen chilligen Stimmung bei, die das Genre charakterisiert. Klassische Komponist’innen würden dieses Tempo wohl mit „Lento“ oder „Adagio“ bezeichnen.

G-Funk

G-Funk ist ein Hip-Hop-Subgenre, das seinen Höhepunkt in den frühen 1990er-Jahren hatte und sich durch eingängige funkige Melodien, satte Basslinien und entspannte Perkussion auszeichnet. Die Beats liegen meist im Bereich von 90 bis 105 BPM, und können je nach Rhythmus von hart und schwer bis bouncy und groovy reichen. Diese Geschwindigkeit erlaubt es den Künstler’innen, einen sprachähnlichen Flow und harmonische Refrains zu kreieren, während der Einsatz von Synthesizern und Samples aus Funk- und Soulmusik eine nostalgische Stimmung erzeugt. Im Klassik-Vokabular ist G-Funk „Andante“.

Trap-Rap BPM

Trap-Musik kennzeichnen tiefe, schwere Basslinie, repetitive Melodien und Adlibs. Das langsame Tempo gibt den HiHats Zeit für abwechslungsreiche Rhythmen, die oft Rolls mit 32-el-Noten enthalten. Die Geschwindigkeit spielt sich zwischen 60 und 75 BPM ab. Im Gegensatz zu anderen Subgenres, wie G-Funk (80 bis 90 BPM) oder Miami Bass (über 100 BPM) wird Trap-Musik als eher langsam empfunden. Wie im Hip-Hop üblich, wird die Snare-Drum oft auf die Zählzeiten 2 und 4 gesetzt. Durch den double-speeded Rap nehmen manche Hörer’innen Trap im doppelten Tempo wahr. Dann läge das Tempo zwischen 120 und 150 BPM und die Snaredrum auf der 3. Zählzeit. Ja nach Empfinden ist Trap also „Largo“/„Larghetto “, oder „Allegretto“ „Allegro“.

Drill (UK-Drill)

Drill Rap, insbesondere UK Drill, zeichnet sich durch ihre düstere Produktion und spezifischen Merkmale im Perkussion und elektronischen Drum-Sound aus. Typischerweise bewegt sich das Tempo dieses Subgenres zwischen 135 und 150 BPM, was es energetisch und treibend macht. Ein zentrales Merkmal des UK Drill ist der Einsatz von Hi-Hats, die häufig in einem schnellen, Rhythmus gespielt werden. Dabei kommen oft unterschiedliche Offbeat-Elemente und komplexe Rhythmen zum Einsatz. Die Platzierung der Snare ist ebenfalls auffällig; sie wird oft auf den zweiten und vierten (und) Schlag der Taktstruktur gesetzt, was den charakteristischen „Bounce“ und die aggressive Energie verstärkt. Diese klanglichen Merkmale, kombiniert mit dunklen Beats und direkter, oftmals provokanter Lyrik, erzeugen eine eindringliche und einzigartige Atmosphäre, die den Drill-Rap von anderen Hip-Hop-Subgenres unterscheidet. Im klassischen Vokabular bezeichnen Sie dieses Tempo als „Allegro“ oder „Vivace“.

BPM aus anderen Genres

Reggaeton und Dancehall sind zwei angrenzende Genres innerhalb des Hip-Hop, die sich durch ihre charakteristischen Rhythmen auszeichnen. Beide bewegen sich oft im Bereich von 90 bis 100 BPM und haben einen tanzbaren Charakter. Diese moderate Geschwindigkeit fördert eine eingängige und energetische Atmosphäre, ideal für Clubs und Tanzveranstaltungen, und ermöglicht es den Künstlern, prägnante Hooks sowie melodische Gesangseinlagen zu integrieren.

Baile Funk ist ein brasilianisches Genre, das in der Regel mit einem höheren Tempo von etwa 130 BPM produziert wird. Es zeichnet sich durch lebhafte Beats und eine festliche Stimmung aus. Das Genre ist für druckvolle Bässe und kraftvolle Drums bekannt, die eine energetische und mitreißende Tanzatmosphäre schaffen.

In weiteren Artikeln helfen wir Ihnen, Ihr Homestudio professionell einzurichten und bringen Ihnen mehr über Musik bei, von Death Metal bis Fado-Musik.

Quellen zu BPM im Hip-Hop

Hans Jörg Friedrich: Tontechnik für Mediengestalter, Springer: Berlin/Heidelberg 2008

Chris Kattenbeck: Beats. Bauen. Lernen, Waxmann: Münster 2022

Joseph G. Schloss: Making Beats: The Art of Sample-Based Hip-Hop, Wesleyan Univ. Press: Middletown, Conn 2004.