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	<title>Tabea Fleck, Autor bei SystMus</title>
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	<description>Online-Magazin des Instituts für Systematische Musikwissenschaft</description>
	<lastBuildDate>Fri, 14 Jun 2024 06:19:39 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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	<title>Tabea Fleck, Autor bei SystMus</title>
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	<item>
		<title>Musikkonsum — Leidenschaft, Nutzung und Identität</title>
		<link>https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musikkonsum-leidenschaft-nutzung-und-identitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tabea Fleck]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Jun 2024 06:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Definitionen ‒ Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Musikmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[musikpsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[musiksoziologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Musikkonsum ist in dem letzten Jahr von 20,1 Stunden auf 20,7 Stunden gestiegen. Aber wie beeinflusst dieser Anstieg das psychische Wohlbefinden? Und welche Rolle spielt die Nutzung der Musik und die musikalische Leidenschaft im psychischen Wohlbefinden? In diesem Artikel... <a class="more-link" href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musikkonsum-leidenschaft-nutzung-und-identitaet/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Musikkonsum ist in dem letzten Jahr von 20,1 Stunden auf 20,7 Stunden gestiegen. Aber wie beeinflusst dieser Anstieg das psychische Wohlbefinden? Und welche Rolle spielt die Nutzung der Musik und die musikalische Leidenschaft im psychischen Wohlbefinden? In diesem Artikel erfahren Sie mehr über das Zusammenspiel zwischen Musikkonsum, der musikalischen Leidenschaft, der Nutzung von Musik und deren potenziellen psychischen Auswirkungen.</p>
<h2>Was ist Musikalische Leidenschaft?</h2>
<p>Eine Leidenschaft ist durch eine intensive Begeisterung für eine bestimmte Tätigkeit gekennzeichnet, die sich durch Emotionen oder Hingabe äußern kann. Durch das umfassende Engagement, welches Sie in eine Aktivität investieren, wird diese ein zentrales Merkmal Ihrer Person. Leidenschaft sorgt dafür, dass Sie eine Band oder eine Musikrichtung nicht einfach nur mögen, sondern Fan sind. Sie äußert sich in einer ästhetischen Hingabe, wie einem spezifischen Kleidungsstil. Auch Musiker’innen widmen sich die meiste Zeit ihrer Musik, weshalb diese ebenfalls eine musikalische Leidenschaft haben.</p>
<div id="attachment_4203" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4203" class="wp-image-4203 size-full" src="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/05/Musikkonsum_aesthetische-anpassung.jpg" alt="Musikkonsum am Beispiel der ästhetischen Hingabe von Musiker'innen. Drei Gitarristen mit einer bestimmten Genreästhetik. " width="300" height="169" /><p id="caption-attachment-4203" class="wp-caption-text">Musikkonsum am Beispiel der ästhetischen Hingabe von Musiker&#8217;innen. Quelle: Pixabay</p></div>
<p>Das Konstrukt der Leidenschaft wird von dem Dualistischen Modell der Leidenschaft erklärt. Dieses Modell unterteilt die Leidenschaft in eine harmonische und in eine obsessive Leidenschaft. Das Modell beschreibt sie als eine starke Neigung zu einer bestimmten Tätigkeit, wie die Musik, in die man Zeit und Energie investiert. Diese Tätigkeit wird zu einem wesentlichen Bestandteil der Identität einer Person.</p>
<ul>
<li><strong>Die harmonische Leidenschaft:</strong> eine autonome Verinnerlichung der Musik zu der Identität einer Person. Weder Musiker’innen noch Fans haben einen externen oder internen Zwang sich mit Musik auseinander zusetzten. Dies resultiert in positive Emotionen im Zusammenhang mit Musik, die zum Beispiel Stress reduziert, wenn sie sich mit Musik auseinandersetzten.</li>
<li><strong>Die obsessive Leidenschaft:</strong> Musiker’innen und Fans sind von internen und externen Zwängen kontrolliert. Das bedeutet, dass sie ein unkontrollierbares Verlangen haben, sich mit Musik auseinanderzusetzen. Dadurch werden schlussendlich andere Bereiche deren Lebens, wie die Familie oder Gesundheit, vernachlässigt. Die obsessive Leidenschaft äußerst sich in negativen Emotionen, wie Angststörungen oder Depressionen.</li>
</ul>
<h2>Entwicklung<strong> des Musikkonsums</strong></h2>
<p>Die Musikindustrie hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert, welches unter anderem den Streamingdiensten zugrunde liegt. Durch den <a href="https://miz.org/de/nachrichten/musikkonsum-ist-laut-neuer-ifpi-studie-weltweit-gestiegen" target="_blank" rel="noopener">wachsenden Musikkonsum</a> über Streamingdienste ist die weltweite Stundenanzahl des Musikhörens von 20,1 Stunden aus dem Jahr 2022 zu 20,7 Stunden im Jahr 2023 angestiegen. Zeitgleich nimmt der Kauf von CDs und Musik-Downloads stetig ab (<a href="#section">Bender, 2022</a>). Mehr zu dieser Entwicklung finden Sie in dem Artikel über <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/cds-oder-streaming-der-wandel-der-audiomedien/" target="_blank" rel="noopener">CDs oder Streaming</a>.</p>
<p>In der Art und Weise, wie heutzutage Musik konsumiert wird, gibt es eine klare Unterteilung in verschiedene Altersgruppen. Das Angebot unterteilt sich in zwei Kategorien. Nämlich Musik zu besitzen („Music to Own“) oder Musik zu streamen („Music To Stream“).</p>
<p>Die meisten Konsument&#8217;innen nach Altersgruppe sind:</p>
<ul>
<li>Kostenpflichtiges Streaming: 20-29-Jährige</li>
<li>kostenloses Streaming: 20-29 und 30-39-Jährige</li>
<li>CDs: 50-59-Jährige</li>
<li>Vinyls: 50-59-Jährige</li>
<li>Download:40-49-Jährige</li>
</ul>
<p>Dies zeigt, dass die Angebotsformen altersabhängig sind.</p>
<h2>Der Musikkonsum — Auswirkungen auf die Identität</h2>
<p>Die Musik kann aus einem individualpsychologischen oder sozialpsychologischen Nutzen verwendet werden. Der individualpsychologische Nutzen bezieht sich auf die Befriedigung des individuellen Bedürfnisses, wie Unterhaltung oder emotionale Stimulation. Der sozialpsychologische Nutzen hingegen bezieht sich auf eine soziale Funktion, wie eine Zuordnung oder Abgrenzung bestimmter sozialer Gruppen aufgrund einer musikalischen Vorliebe.</p>
<p>Der Musikkonsum kann sich aber auch in drei Nutzungskategorien unterteilen. Diese sind der rationale, emotionale und soziale Nutzen.</p>
<ul>
<li><strong>Der rationale Nutzen:</strong> eine intellektuelle Analyse der Musik. Konsument‘innen haben höhere Erwartungen an ein Musikstück.</li>
<li><strong>Der emotionale Nutzen:</strong> eine emotionale Stimulation der Konsument‘innen durch eine Unterhaltung oder einen ekstatisch-körperlichen Musikkonsum.</li>
<li><strong>Der soziale Nutzen:</strong> eine Zuneigung oder Abgrenzung bestimmter Gruppen hin.</li>
</ul>
<p>Neben der Nutzungsart von Musik ist auch das Engagement, mit dem sich Konsument’innen bestimmten Künstler’innen oder der Musik widmen, relevant. Dieses ist Situationsabhängig. Bei Konzerten ist das Engagement höher, als wenn Sie Musik im Hintergrund verwenden.</p>
<p>Insbesondere Jugendliche verwenden Musik, um sich zu identifizieren und sich von Erwachsenen abzugrenzen. Ein wichtiger Aspekt ist es, dass Konsument‘innen sich Künstler’innen und <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musik-und-persoenlichkeit-sind-sie-was-sie-hoeren/" target="_blank" rel="noopener">Musik zu ihrer Persönlichkeit</a> und ihrem Gemütszustand passend aussuchen. Daher hören Musikkonsument‘innen, die zum Beispiel kreative und intellektuelle Stimulation benötigen, eher unkonventionelle und komplexe Musik. Menschen, die gesellig und enthusiastisch sind, hören lieber energetische und belebende Musik.</p>
<p>Die Art der musikalischen Leidenschaft, und somit auch der Musikkonsum, hängt mit dem psychischen Wohlbefinden zusammen. Sofern Musikkonsument‘innen eine harmonische Leidenschaft zur Musik zeigen, äußert sich dies im psychologischen Wohlbefinden. Hingegen äußert sich eine obsessive Leidenschaft von Musikkonsument’innen in negativen psychischen Zuständen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Der weltweite Musikkonsum ist in den letzten Jahren gestiegen, welches unter anderem dem Zuwuchs der vielen Streamingdienste zugrunde liegt. Dadurch werden die unterschiedlichen Präferenzen der Musikkonsumvarianten verschiedener Altersgruppen deutlich. Die musikalische Leidenschaft, welche in eine harmonische und obsessive Leidenschaft unterteilt wird, definiert die Art und Weise wie Musikkonsument’innen sich mit Musik auseinandersetzten. Im Zusammenhang mit verschiedenen Nutzungsarten der Musik wird die Identität und die psychischen Auswirkungen der Musikkonsument’innen beeinflusst. Erfahren Sie in einem weiteren Artikel mehr über den <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musikgeschmack-verstehen-darum-moegen-sie-metal-oder-klassik/" target="_blank" rel="noopener">individuellen Musikgeschmack</a>.</p>
<h3>Quellen zum Musikkonsum<strong><br />
</strong></h3>
<ul>
<li id="section">Bender, M. (2022). <a href="https://doi.org/10.1007/978-3-658-39208-6" target="_blank" rel="noopener">Artist Brand Management: Künstlermarkenaufbau durch Musiklabels im digitalen Wandel</a>, Springer, pp. XXX.</li>
<li>Bonneville-Roussy, A., Vallerand, R.J. (2020). <a href="https://doi.org/10.1177/0305735618797180" target="_blank" rel="noopener">Passion at the heart of musicians’ well-being</a>. <em>Psychology of Music, 48</em> (2), pp- 266-282.</li>
<li>Musikkonsum ist laut neuer IFPI-Studie weltweit gestiegen. (2023). <a href="https://miz.org/de/nachrichten/musikkonsum-ist-laut-neuer-ifpi-studie-weltweit-gestiegen" target="_blank" rel="noopener">miz.org</a>.</li>
<li>Nave, G., Minxha, J., Greenberg, D. M., Kosinski, M., Stillwell, D., &amp; Rentfrow, J. (2018). <a href="https://doi.org/10.1177/0956797618761659" target="_blank" rel="noopener">Musical preferences predict personality: Evidence from active listening and Facebook likes</a>. <em>Psychological science</em>, <em>29</em>(7), 1145-1158.</li>
<li>Powell, M., Olsen, K. N., Vallerand, R. J., &amp; Thompson, W. F. (2024). <a href="https://doi.org/10.1177/10298649231157404" target="_blank" rel="noopener">Passion, music, and psychological well-being</a>. <em>Musicae Scientiae, 28</em>(1), pp. 29-57.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Musik als Protest – Die Wirkung von Protestliedern</title>
		<link>https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musik-als-protest-die-wirkung-von-protestliedern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tabea Fleck]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jun 2024 09:40:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Definitionen ‒ Musik]]></category>
		<category><![CDATA[musikgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[musikpsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[musiksoziologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von der Bürgerrechtsbewegung bis zu dem Krieg in der Ukraine – Musik als Protest hat die Fähigkeit, Menschen zu mobilisieren und Solidarität innerhalb einer Gruppe zu erzeugen. Auch Musiker&#8217;innen können durch Protestlieder öffentlich Kritik an den politischen und sozialen Ungerechtigkeiten... <a class="more-link" href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musik-als-protest-die-wirkung-von-protestliedern/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Von der Bürgerrechtsbewegung bis zu dem Krieg in der Ukraine – Musik als Protest hat die Fähigkeit, Menschen zu mobilisieren und Solidarität innerhalb einer Gruppe zu erzeugen. Auch Musiker&#8217;innen können durch Protestlieder öffentlich Kritik an den politischen und sozialen Ungerechtigkeiten äußern. Dieser Artikel bietet Ihnen einen Überblick über Musik als Protestform und wie diese bei der Bürgerrechtsbewegung und der Antikriegsbewegung in den USA verwendet wurden. Außerdem erfahren Sie hier mehr zu der Wirkung von Protestliedern und Beispiele zu weiteren wichtigen Protestliedern.</p>
<h2><strong>Musik als Protest – Definitionen</strong></h2>
<p>Musik hatte schon immer die Fähigkeit, politische Ansichten und Ideen ausdrücken und Menschen zu mobilisieren. So wird sie oft verwendet, um gegen soziale Ungerechtigkeiten zu protestieren und nach Veränderungen zu suchen. In dem folgenden Foto sehen Sie junge Menschen, die demonstrieren und gemeinsam einen Protestsong singen.</p>
<div id="attachment_3959" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3959" class="wp-image-3959 size-full" src="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/05/Musik-als-Protest-1.png" alt="Musik als Protest am Beispiel von jungen Menschen, die im Sitzen demonstrieren und Plakate in die Luft halten." width="300" height="169" /><p id="caption-attachment-3959" class="wp-caption-text">Musik als Protest am Beispiel von Menschen, die im Sitzen demonstrieren. Quelle: Pexels.</p></div>
<p>Protestlieder thematisieren vorherrschende soziale und politische Ungerechtigkeiten, weshalb sie sich inhaltlich auf einen bestimmten Akt der Ungerechtigkeit konzentrieren. Protestlieder werden mit einer bestimmten Bewegung oder sozialem Wandel in Verbindung gesetzt und sind musikalisch nicht eingeschränkt. Dies bedeutet, dass ein Protestlied zu verschiedenen Genres gehören kann, sei es Folk, Klassik oder Pop. Eins der bekanntesten Protestlieder ist „Ode an die Freude“ (1824) von Beethoven, welches auf eine Vertonung des Gedichtes „Ode an die Freiheit“ von Friedrich Schiller basiert. Dieses Lied war seit seiner Entstehung zu verschiedenen Zeitpunkten relevant. Der wahrscheinlich bekannteste Auftritt war im Jahr 1989 an Weihnachten nach dem Fall der Berliner Mauer. Seit 1985 ist „Ode an die Freude“ ebenfalls die <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/die-europaeische-hymne-2194460#:~:text=Seit%201985%20hat%20die%20Europ%C3%A4ische,auch%20bei%20vielen%20europ%C3%A4ischen%20Veranstaltungen." target="_blank" rel="noopener">Hymne der EU</a>.</p>
<h2><strong>Musik als Protest – Die 1960er in den USA</strong></h2>
<p>In den USA gab es in den 60er Jahren viele Demonstrationen gegen die Regierung, deren Gesetzte und die vorherrschenden Ungerechtigkeiten in dem Land. In den 1960ern gab es in den USA viele politisch Ereignisse, weshalb viele junge Menschen auf die Straße gegangen sind, um zu demonstrieren. Hier folgen ein paar prägende Ereignisse in den 1960ern:</p>
<ul>
<li>Der Kalte Krieg</li>
<li>Der „Wettlauf ins All“ gegen die Sowjetunion</li>
<li>Wettrüsten mit Atomwaffen</li>
<li>Die Bürgerrechtsbewegung</li>
<li>Die Kubakrise</li>
<li>Ermordung von John F. Kennedy</li>
<li>Vietnamkrieg</li>
<li>Ermordung von Martin Luther King Jr.</li>
</ul>
<h3><strong>Bürgerrechtsbewegung  </strong></h3>
<p>Die Bürgerrechtsbewegung ist eine der wichtigsten politischen Bewegungen in der US-Geschichte, da Schwarze Menschen für Freiheit, Gleichberechtigung und ihre Grundrechte kämpften. Die Bürgerrechtsbewegung erlangte in den 1960ern ihren Höhepunkt. Und hier spielte Musik eine wichtige Rolle.</p>
<p>Das Folk Genre war nach dem Folk Revival in den 1940ern sehr beliebt für Protestlieder. Sänger&#8217;innen wie Bob Dylan und Joan Baez fügten politisch aktuelle Texte in die Lieder mit ein. Bob Dylans Lieder thematisieren gesellschaftskritische Inhalte. Sein bekanntestes Protestlied ist „Blowing in the Wind<em>“</em> (1963), welches für die Bürgerrechtsbewegung sowie die Antikriegsbewegung prägend und mobilisierend war.</p>
<p>Während der Bürgerrechtsbewegung waren die sogenannten Freiheitslieder die Protestmusik der schwarzen Amerikaner’innen. Diese Lieder basieren auf den „Spirituals“, Afrikanische-Amerikanische religiöse Musik, und auf der damaligen populären Musik. Die Menschen sangen die Freiheitslieder in Kirchen und passten die Texte spontan auf die sozialen und politischen Ungerechtigkeiten an. Die Menschen waren bereits mit der Melodie vertraut, weshalb sie eine emotionale Bindung zu den Liedern hatten. Mehr dazu können Sie in dem Artikel <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musikgeschmack-verstehen-darum-moegen-sie-metal-oder-klassik/" target="_blank" rel="noopener">Musikgeschmack verstehen</a> nachlesen. Diese Freiheitslieder waren ein Erkennungsmerkmal für die Bürgerrechtsbewegung, da sie öffentlich in dem Kampf gegen Rassentrennung und Rassismus verwendet wurden.</p>
<p>Das bekannteste Freiheitslied ist „We shall overcome“ (1960), welches eine lange Entwicklungsgeschichte hat und mehrmals adaptiert und umgeschrieben wurde. Letztendlich haben Bob Dylan und Pete Seeger das Lied für die derzeitige Situation umgeschrieben. Joan Baez, eine bekannte Folk Sängerin, führte bei dem <em>March on Washington</em> im Jahr 1963 „We Shall Overcome“ als Akustikversion auf. Dieses Lied ist eines der prägendsten Protestlieder und wird heutzutage auch noch bei Protesten, wie der „Black Lives Matter“ Bewegung, verwendet.</p>
<p>Weitere wichtige Protestlieder der Bürgerrechtsbewegung sind:</p>
<ul>
<li>„Banana Boat Song (Day- O)” von Harry Belafonte</li>
<li>„Strange Fruit“ von Billie Holliday</li>
<li>„A Change Gonna Come” von Sam Cookes</li>
<li>„Paths of Victory“ von Bob Dylan</li>
</ul>
<h3><strong>Antikriegsbewegung</strong></h3>
<p>Die Musik spiegelte sich in den 1960s auch in der Hippiebewegung und der Antikriegsbewegung wider. Durch den Vietnamkrieg und dessen Verschärfung im Jahr 1968 wurden die Antikriegsproteste lauter und durch die Musik der Gegenkultur unterstützt. Der Höhepunkt der Antikriegsproteste war im Jahr 1968 das Woodstock-Festival, bei dem Künstler wie Jimi Hendrix, The Who, Joan Baez, Janis Joplin und Joe Cocker mitwirkten.</p>
<p>Die wichtigsten Künstler für die Hippiebewegung und Antikriegsbewegung waren Bob Dylan und John Lennon. John Lennons „Give Peace a Chance“ (1969) mobilisierte die Menschen bei den Antikriegsprotesten gegen den Vietnamkrieg. Auch das Lied „Revolution“ von den Beatles war für die Proteste der damaligen Zeit ein Lied, dass den Wunsch nach einem besseren Leben ausdrückte. Bob Dylan hatte in den 60ern viele Lieder komponiert, die zu Protestliedern oder sogar Hymnen von Bewegungen wurden. Mit seinen Liedern äußerte er Kritik an der Kubakrise im Jahr 1962, der Militärindustrie, dem Kalten Krieg, Atomwaffen und dem Vietnamkrieg. Zu seinen wohl bekanntesten Protestliedern gehören:</p>
<ul>
<li>„A Hard Rain’s a-Gonna Fall“</li>
<li>„Masters of War“</li>
<li>„Talkin’ World War III Blues“</li>
<li><em>„</em>Blowing in the Wind<em>“</em></li>
</ul>
<h2><strong>Die Wirkung von Protestliedern</strong></h2>
<p>Musik soll die Wirkung haben, Menschen zur Teilnahme und gemeinsamen Aktionen zu mobilisieren. Protestlieder sind im generellen bedeutungsvoller als eine reine Protestäußerung. Sie spiegeln bewusst bestimmte Emotionen und Ideen wider. Daher motiviert das gemeinsame Singen oder Hören dieser Lieder Menschen dazu, eine Gruppenidentität zu entwickeln, welche Einigkeit und Zusammengehörigkeit auslöst. Die Musik als Protest drückte bestimmte Gefühle der Bewegungen aus, welche auf anderen Wegen weniger Einfluss gehabt hätten.</p>
<p>Im Kontext der Bürgerrechtsbewegung war die Musik wichtig, da sie auf Demonstrationen oft harmloser für Beistehende war und somit die Demonstrant’innen vor direkter Gewalt schützte. Die Protestlieder waren ein Symbol für den Widerstand und in Bezug auf die Bürgerrechtsbewegung ein Symbol der Rückgewinnung der Identität der schwarzen Menschen.</p>
<h2><strong>Musik als Protest – weitere prägende Lieder</strong></h2>
<p>In den USA gingen die Proteste gegen den Kalten Krieg und den Vietnamkrieg in den 1970ern weiter. Auch Bob Dylan komponierte in dieser Zeit weitere Protestlieder, die die Bewegungen prägten. Weltweit hat der Kalte Krieg die Musik beeinflusst, was sich in der Musik der Künstler&#8217;innen widerspiegelt.</p>
<p>Zu weiteren wichtigen Protestliedern gehören die folgenden Lieder, welche mit einem Spotify Link versehen wurden:</p>
<ul>
<li>„<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/2mHchPRtQWet3iIS3jANr1?si=ae97761e973f4b26" target="_blank" rel="noopener">God Save The Queen</a>“ von Sex Pistols: sarkastische Antwort auf die britische Gesellschaft</li>
<li>„<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/3Um9toULmYFGCpvaIPFw7l?si=36d622a5a2284736" target="_blank" rel="noopener">What’s Going On</a>“ von Marvin Gaye: Protest gegen Kriege, Unterdrückung und Zerstörung</li>
<li>„<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/0dOg1ySSI7NkpAe89Zo0b9?si=03b50c001518424f" target="_blank" rel="noopener">Born in the USA</a>“ von Bruce Springsteen: Kritik an der Politik von Ronald Reagan</li>
<li>„<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/4yCRCEAfCMRyqCpBSd0qDp?si=4682bbd2a3e14eeb" target="_blank" rel="noopener">All She Wants To Do Is Dance</a>“ von Don Henley: Kritik an der Politik von Ronald Reagan</li>
<li>„<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/5WSsTyBvMEFG3ac6JKb9gY?si=bf4a79f9874a4bab" target="_blank" rel="noopener">Wind of Change</a>“ von Scorpions: Andeutung auf den Fall der Berliner Mauer und Ende des Kommunismus. Der Text wurde nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs geändert, um eine Botschaft zu sende. Der Originaltext hat Russland zu sehr romantisiert.</li>
<li>„<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/59WN2psjkt1tyaxjspN8fp?si=ca9275527aad4759" target="_blank" rel="noopener">Killing In The Name</a>“ von Rage Against The Machine: Kritik an den Rassismus und der Polizei in den USA</li>
<li>„<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/38Hbo3WbY2kRkoPpqmTX8m?si=b530df2b03ae4942" target="_blank" rel="noopener">Let’s Impeach the President</a>“ von Neil Young: Protest gegen den Irak-Krieg</li>
<li>„<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/6oMfjYG14uBJjwA661zVxz?si=6750ff1e86fc4b37" target="_blank" rel="noopener">The Day After Tomorrow</a>“ von Tom Waits: Protest gegen den Irak-Krieg</li>
<li>„<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/6sQeHBkvilt6ycKfnJMki4?si=b6284204f4724788" target="_blank" rel="noopener">The 1975</a>“ von The 1975 feat. Greta Thunberg: Kritik an der Klimapolitik für die Fridays-for-Future-Bewegung</li>
<li>„<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/6dDm5UTiBk1xx9MGERc7ld?si=fcc903a3c289420e" target="_blank" rel="noopener">Grotestsong</a>“ von den Ärzten: Ein Protestsong gegen Protestsongs</li>
</ul>
<h3><strong>Fazit</strong></h3>
<p>Musik als Protest hat sich als eine treibende Methode erwiesen, um soziale und politische Veränderung zu fördern und Gemeinschaften zu mobilisieren. Bei der Bürgerrechtsbewegung und der Antikriegsbewegung in den USA haben Protestlieder eine zentrale Rolle gespielt. Durch die Musik wurde einerseits Kritik geäußert, aber andererseits diente sie als eine Grundlage für Einigkeit. Musik als Protest ist eine lebendige Form des Widerstands und ermöglicht Menschen für Gerechtigkeit zu kämpfen.</p>
<p>Im Artikel über <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/politische-musik-merkmale-und-funktionen/" target="_blank" rel="noopener">politische Musik</a> geben wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen politischen Funktionen der Musik.</p>
<h4>Quellen</h4>
<ul>
<li>Stefani, A. (2015). <a href="https://doi.org/10.5209/rev_CJES.2015.v23.49358" target="_blank" rel="noopener">Sounds of Freedom: Songs in the 1960s Southern Civil Rights Movement</a>. Complutense Journal of English Studies, 23(Especial), 55-64.</li>
<li>Rose, L. P. (2007). <a href="https://doi.org/10.1177/87551233070250020107" target="_blank" rel="noopener">The Freedom Singers of the Civil Rights Movement: Music Functioning for Freedom</a>. Update: Applications of Research in Music Education, 25(2), 59-68.</li>
<li>Vučetić, R. (2023). Musik als Protest. <em>RegionALLE: Über Musik &amp;Widerstand</em><br />
<em>in (Post-)Jugoslawien</em> https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/PDF2.pdf</li>
<li>Wickert, C. (2016). <a href="https://criminologia.de/2013/06/bob-dylan-und-joan-baez-ikonen-des-protestsongs/" target="_blank" rel="noopener"><i>Bob Dylan und Joan Baez – Ikonen des Protestsongs</i></a>. Criminologia.</li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musik-als-protest-die-wirkung-von-protestliedern/">Musik als Protest – Die Wirkung von Protestliedern</a> erschien zuerst auf <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de">SystMus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Musik und Macht – Propaganda durch Musik</title>
		<link>https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musik-und-macht-propaganda-durch-musik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tabea Fleck]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 May 2024 06:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Definitionen ‒ Musik]]></category>
		<category><![CDATA[musikgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[musikpsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[musiksoziologie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/?p=3781</guid>

					<description><![CDATA[<p>Musik und Macht – In welchen Situationen wird Musik verwendet, um Macht auszuüben? Propaganda? Krieg? Oder doch Frieden? In diesem Artikel erfahren Sie, wie Musik in Machtpositionen ausgenutzt und somit ein Teil von Propaganda wird. Dieser Artikel bietet Ihnen mehrere... <a class="more-link" href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musik-und-macht-propaganda-durch-musik/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musik-und-macht-propaganda-durch-musik/">Musik und Macht – Propaganda durch Musik</a> erschien zuerst auf <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de">SystMus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Musik und Macht – In welchen Situationen wird Musik verwendet, um Macht auszuüben? Propaganda? Krieg? Oder doch Frieden? In diesem Artikel erfahren Sie, wie Musik in Machtpositionen ausgenutzt und somit ein Teil von Propaganda wird. Dieser Artikel bietet Ihnen mehrere Beispiele der Verwendung von Musik in Machtsituationen, mit einem Fokus auf Musik im Dritten Reich.</p>
<h2><strong>Musik und Macht – Definitionen </strong></h2>
<p>Musik ist ein Werkzeug, welches Macht und Stärke ausdrückt und somit einerseits Menschen verbinden und Grenzen überwinden kann, andererseits aber auch Grenzen schafft. Um Menschen zu bewegen und zu beeinflussen, wird Propaganda eingesetzt, welche in Verbindung mit Musik eine emotionalere Wirkung hat und somit gezielt Menschen manipulieren kann. Im folgenden Foto sehen Sie ein Beispiel, in der Musik in humanitären Krisen eingesetzt wurde, um Spenden durch Konzerte zu sammeln. </p>
<div id="attachment_3936" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-3936" class="wp-image-3936 size-full" src="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/04/Musik-und-Macht.png" alt="Musik und Macht am Beispiel von einem Open-Air-Konzert Foto mit Raketen und roten Lichtern" width="300" height="169" /><p id="caption-attachment-3936" class="wp-caption-text">Musik und ihre Macht um Menschen zusammenzuführen am Beispiel von einem Konzert. Quelle: Pixabay.</p></div>
<p>Die moderne Propaganda ist eine politische Methode, die gezielt bestimmte Gruppen provozieren und beeinflussen will. Oft nutzen Kriegsparteien Propaganda-Musik, um die Bevölkerung von der Notwendigkeit des Krieges zu überzeugen und Soldaten zu rekrutieren. Sie meidet einen Diskurs, was bedeutet, dass sie nicht die verschiedenen Seiten einer Thematik darlegt. Demnach nimmt Propaganda den Menschen das Denken ab und gibt ihnen das Gefühl, mit der übernommenen Meinung richtigzuliegen. In diesem Kontext ist die <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musik-und-persoenlichkeit-sind-sie-was-sie-hoeren/" target="_blank" rel="noopener">Persönlichkeit der Musiker’innen</a> und Rezeptienten relevant, da die Persönlichkeit in der Musik widergespielgelt wird.</p>
<p>Ein Musikstück kann mehrere Bedeutungen haben:</p>
<ul>
<li>Den historischen Kontext</li>
<li>Die Rezeption</li>
<li>Ästhetische Diskurse</li>
<li>Ideologische Diskurse</li>
</ul>
<p>Politische Mächte reduzieren diese Mehrdeutigkeit auf eine einzige Bedeutung, die mit ihrer Ideologie übereinstimmt. Diese Reduzierung der Mehrdeutigkeit ist die primäre Methode, wie Musik als Propaganda verwendet wird.</p>
<h2><strong>Musik und Macht – Propaganda</strong></h2>
<p>Musik wurde schon immer bei Ereignissen, Entscheidungen und Prozessen verwendet, um bestimmte Aussagen zu verstärken. Durch neue Technologien aus dem 20. Jahrhundert, wie das Radio, wurde es möglich Musik über weitere Entfernungen zu übertragen. Dadurch wurde Musik massenwirksam eingesetzt und somit auch für propagandistische Zwecke verwendet.</p>
<p>Musik kann aber nicht nur als Propaganda eines totalitären Staates dienen, sondern auch in einer Demokratie als Propaganda verwendet werden. Unter anderem wurden in den 80er-Jahrem Kollektive aus berühmten Musiker’innen gebildet, um Spenden zu sammeln. Von den folgenden Beispielen können Sie einige auf Spotify finden:</p>
<ul>
<li>„Band Aid” mit dem Lied <a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/4Yg2w0P29BBBMixyeNjDtj?si=579f49d17b85434e" target="_blank" rel="noopener"><em>Do They Know It’s Christmas?</em></a></li>
<li>„<a href="https://usaforafrica.org/" target="_blank" rel="noopener">USA for Africa</a>” mit dem Lied <a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/3Z2tPWiNiIpg8UMMoowHIk?si=76d8a8e45d4b4e16" target="_blank" rel="noopener"><em>We Are The World</em></a></li>
<li>„Chanteurs sans frontières“ mit dem Lied <em>Chanson pour l’Éthiopie</em></li>
<li>„United DJs for Central America“ mit dem Song Too Much Rain</li>
<li>„Love Message“ mit „<a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/3NwCyuh3qJuOfquVCAfKnF?si=d48fc50058a24f38" target="_blank" rel="noopener">Love Message</a>“</li>
</ul>
<p>Durch die Möglichkeiten der musikalischen Übertragung im Fernsehen schauten bei zwei Konzerten der „Band Aid” insgesamt 1,5 Milliarden Menschen zu und es wurden zwischen den Jahren 1985 und 1991 über 144 Millionen Dollar gesammelt.</p>
<p>Auch wenn es ein paar Beispiele für positive Verwendung von Musik als Propaganda gibt, überwiegt der Anteil an Propaganda Musik zu politischen Zwecken seitens totalitärer Staaten.</p>
<h2><strong>Musik und Macht im Dritten Reich </strong></h2>
<p>Die Nationalsozialisten verwendeten Musik als ein politisches Mittel, um die sogenannte „pure deutsche Rasse“ zu lehren und zu vereinheitlichen. Für die Nationalsozialisten war Musik keine universelle Sprache der Menschen, sondern ein Ausdruck von rassistischen und ethnischen Charaktereigenschaften. Daher ist die Musikgeschichte, im Sinne des Nationalsozialismus, ein Teil der „Rassengeschichte“. Musikkompositionen sind Ausdruck eines bestimmten Volkes. Die Nationalsozialisten verwendeten Musik als Propaganda in vielen verschiedenen Bereichen ihrer Politik. Es gab Musik, die für bestimmte Zwecke instrumentalisiert wurde, verboten wurde oder komponiert wurde. Nachfolgend finden Sie einen Überblick über folgende Bereiche, in der die Nationalsozialisten Musik als Machtinstrument verwendet haben:</p>
<ul>
<li>Entartete Musik</li>
<li>Klassische Musik am Beispiel von Richard Wagner</li>
</ul>
<p>Im Kontext des Nationalsozialismus wurde die Musik in vielen Bereichen als Propaganda verwendet, um deren Weltanschauung zu verbreiten. Das internationale Ansehen der nationalistischen Musik war ein großer Bestandteil der Propaganda und wurde durch die Berliner Philharmoniker unterstützt. Des Weiteren wurden Soldatenlieder komponiert, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und dadurch eine Kontrolle über die Bevölkerung zu erlangen.</p>
<h3>Entartete Musik</h3>
<p>Die „Entartete“ Musik ist der Begriff, den die Nationalsozialisten einer großen Brandweite an Komponisten und Genres gaben, als Teil der Propaganda. „Entartet“ bedeutet so viel wie ein psychologisches abnormales Verhalten, und bezieht sich in Bezug auf Musik auf abnormale Kunst, die eine Bedrohung für die Deutsche Gesellschaft sein könnte. Zu der entarteten Musik gehörte spezifisch jüdisch komponierte Musik. Wie Sie im folgenden Foto sehen, wurde der Jazz und auch Atonale Musik, wie die Zwölftonmusik, von den Nationalsozialisten als jüdische Musik angesehen und somit verboten.</p>
<div id="attachment_4159" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4159" class="wp-image-4159 size-full" src="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/05/Musik-und-Macht.jpg" alt="Musik und Macht im Dritten Reich als Beispiel durch das Verbot von Jazz." width="300" height="169" /><p id="caption-attachment-4159" class="wp-caption-text">Musik und Macht im Dritten Reich als Propaganda durch das Verbot von Jazz. Quelle: Pixabay</p></div>
<p>Die „Entartete Musik“ Ausstellung in Düsseldorf im Jahr 1938 unterstütze die konservative Kultur Deutschlands und manipulierte somit die Bedeutung des Konzepts „Entartet“. Laut diesem Konzept formen rassistischen Gesetze die Musik. Die Ausstellung der „Entarteten Musik“ war ein Teil der nationalsozialistischen Politik und Propaganda, um die Deutsche Gesellschaft ethnisch und politisch zu „reinigen“. Dadurch wurde die „pure Deutsche Musik“ wiederbelebt, mit Beispielen von Wagner, Bruckner und Strauß.</p>
<h3>Richard Wagner als zentraler Komponist für die Nazi-Weltanschauung</h3>
<p>Die Nationalsozialisten deuteten berühmten Werke von beispielsweise Wagner und Beethoven um, damit sie mit diesen Werken ihre Ideologien verbreiteten konnten. Diese Werke wurden für die Zwecke der Nationalsozialisten popularisiert und somit bei Feierlichkeiten, politische Ansprachen und weiteren Ereignissen eingesetzt. Im <em>Völkischer Beobachter</em>, eine Parteizeitung oder Kampfblatt der NSDAP, wurden die Top 11 Komponisten aufgelistet, über die die meisten Beiträge verfasst wurden. Dazu gehörten unter anderem:</p>
<ol>
<li>Wagner (243 Artikel)</li>
<li>Beethoven (116 Artikel)</li>
<li>Mozart (107 Artikel)</li>
<li>Bruckner (47 Artikel)</li>
<li>Bach (43 Artikel)</li>
</ol>
<p>Wagner hat die größte Aufmerksamkeit vom <em>Völkischer Beobachter</em> erhalten, da seine Ideologie mit der nationalsozialistischen Weltanschauung übereinstimmte. Richard Wagner war der zentrale Komponist, um die Ideologie der Nationalsozialisten zu propagieren und hatte einen großen Einfluss auf den Nationalsozialismus. Seine Musik spiegelte erstens seine antisemitischen Ideologien wider und zweitens war Adolf Hitler selbst auch ein Bewunderer seiner Musik.</p>
<p>Richard Wagner hatte zu seiner Zeit öfters antisemitische Aussagen geäußert und öffentlich große Vorbehalte gegenüber jüdischen Komponisten, wie Felix Mendelssohn Bartholdy, geäußert. Er veröffentlichte antisemitische Aufsätze, unter anderem den Aufsatz „Das Judenthum in der Musik“ welcher er zuerst unter einem Pseudonym und später unter seinem eigenen Namen veröffentlichte. Richard Wagner wurde durch seine Ideologie zu einem der Lieblingskomponisten vieler Nationalsozialisten.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Musik ist ein einflussreiches Instrument, das in verschiedenen Situationen eingesetzt werden kann. Totalitäre Regime nutzen Musik als ein Propagandamittel, während demokratische Bewegungen Musik für humanitäre Zwecke einsetzen. Insbesondere im Kontext des Dritten Reiches diente die Musik als ein wirkungsvolles Werkzeug zu der Verbreitung rassistischer Ideologien, bei der Komponisten wie Richard Wagner eine zentrale Rolle spielten. Musik kann zum einen Menschen zusammenbringen, aber zum anderen auch trennen und Grenzen bilden.</p>
<p>Wenn Sie das Thema von Musik im Zusammenhang mit Politik interessiert und Sie mehr darüber erfahren möchten, schauen Sie bei unserem Artikel über <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/politische-musik-merkmale-und-funktionen/">politische Musik</a> vorbei.</p>
<h3><strong>Quellen:</strong></h3>
<ul>
<li>Dennis, D. B. (2002). &#8220; Honor your German masters&#8220;: The use and abuse of&#8220; classical&#8220; composers in Nazi propaganda. <em>Journal of Political &amp; Military Sociology</em>, 273-295.</li>
<li>Dolaplis, D. (2019). <em>Musik als Propagandainstrument im Nationalsozialismus: politische und soziale Funktionen von Soldatenliedern im NS-Regime</em>, 11-25. Tectum Wissenschaftsverlag.</li>
<li>Ellis, D. W. (1975). The Propaganda Ministry and Centralized Regulation of Music in the Third Reich: The &#8218;Biological Aesthetic&#8216; as policy. <em>Journal of European Studies</em>, <em>5</em>(3), 223-238.</li>
<li>Ludwig, M. (2000). Silenced Voices: Music in the Third Reich. <em>Religion and the Arts</em>, <em>4</em>(1), 96-112.</li>
<li>Velasco-Pufleau, L. (2017). Betrachtungen zu Musik und Propaganda. <em>After the fact. Propaganda in the 21st Century</em>, 409-449.</li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musik-und-macht-propaganda-durch-musik/">Musik und Macht – Propaganda durch Musik</a> erschien zuerst auf <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de">SystMus</a>.</p>
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