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	<title>musikpsychologie Archive &#8211; SystMus</title>
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	<link>https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/tag/musikpsychologie/</link>
	<description>Online-Magazin des Instituts für Systematische Musikwissenschaft</description>
	<lastBuildDate>Fri, 09 Jan 2026 21:03:14 +0000</lastBuildDate>
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	<title>musikpsychologie Archive &#8211; SystMus</title>
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	<item>
		<title>Python Audio — Datei erhalten</title>
		<link>https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/python-audio-datei-erhalten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthis Nachtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jan 2026 07:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tutorials: Musikwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Akustik]]></category>
		<category><![CDATA[audio]]></category>
		<category><![CDATA[musikpsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[signalverarbeitung]]></category>
		<category><![CDATA[sound-design]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Speichern und Abspielen von Arrays als Audiodateien in Python kann für Musikwissenschaftler&#8217;innen äußerst wertvoll sein. Neben der Sound-Synthese spielt auch die Weiterverarbeitung in anderen Programmen eine wichtige Rolle in der Forschung. Auch als Sound-Designer ist der Blick über den... <a class="more-link" href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/python-audio-datei-erhalten/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Speichern und Abspielen von Arrays als Audiodateien in Python kann für Musikwissenschaftler&#8217;innen äußerst wertvoll sein. Neben der Sound-Synthese spielt auch die Weiterverarbeitung in anderen Programmen eine wichtige Rolle in der Forschung. Auch als Sound-Designer ist der Blick über den Tellerrand der klassischen Programme eine gute Übung für die Kreativität. Lernen Sie hier, wie Sie Ihre Kreationen oder Forschungsprojekte als WAV-Datei speichern können.</p>
<h2 id="was-ist-eine-wav-datei">Was ist eine WAV-Datei</h2>
<p>Die WAV-Datei, auch Wave oder Wave-Datei genannt, ist ein Audio-Dateiformat, welche bis zu 4 GB groß sein kann. Während MP3-Dateien verlustbehaftet komprimiert sind, kann ein WAV.Kontainer unkomprimierte PCM-Rohdaten enthalten.</p>
<div id="attachment_7131" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-7131" class="size-medium wp-image-7131" src="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/wave-1951973_1280-300x169.jpg" alt="Drei übereinander geschichtete Wellen. Auf englisch „waves“. Sie können mit Python Audio Dateien im WAV-Format erstellen." width="300" height="169" srcset="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/wave-1951973_1280-300x169.jpg 300w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/wave-1951973_1280-1024x577.jpg 1024w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/wave-1951973_1280-768x432.jpg 768w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/wave-1951973_1280-945x532.jpg 945w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/wave-1951973_1280-600x338.jpg 600w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2025/02/wave-1951973_1280.jpg 1188w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-7131" class="wp-caption-text">Der Name der WAV-Datei ist vom englischen Begriff „wave“ abgeleitet und bedeutet „Welle“. Sie können mit Python Audio Dateien im WAV-Format erstellen. Quelle: <a href="https://pixabay.com" target="_blank" rel="noopener">Pixabay</a></p></div>
<h2>Python Audio Datei erhalten (3 Methoden)</h2>
<p>Drei der praktischsten Methoden um aus einem Array eine WAV-Datei zu erstellen sind:</p>
<ul>
<li><strong>Scipy</strong> ist für den wissenschaftlichen Gebrauch konzipiert. Die Bibliothek glänzt durch ihre Einfachheit und Genauigkeit.</li>
<li>Das <code class="language-python">wave</code>Modul ist bereits in Python enthalten und benötigt keine zusätzlichen Bibliotheken.</li>
<li><strong>Soundfile </strong>ist ebenfalls schnell, einfach und vielseitig.</li>
</ul>
<h2>Python Audio — Sinus erstellen</h2>
<p>Um eine WAV-Datei zu erhalten, benötigen Sie zunächst ein NumPy-Array. In diesem sind mehrdimensional Daten gespeichert. Die Daten in einem Array lassen sich als Graph darstellen oder als Audio abspielen. Ein Ton kann entstehen, wenn die Daten sich in gleichmäßigen Abständen wiederholen. Das nennt man Periodizität. Nicht-periodische Daten können auch als Audio abgespielt werden, klingen für das menschliche Ohr allerdings wie Rauschen.</p>
<pre><code class="language-python">import numpy as np 

samplerate = 44100

def signal(f=440, s=1, A=1, fileformat=np.int16):
    t = np.linspace(0, s, int(s*samplerate), endpoint=False) 
    amplitude = (np.iinfo(fileformat).max)*A
    sine = amplitude * np.sin(2*np.pi*f*t)
    return sine.astype(fileformat)
</code></pre>
<p>Dieser Quelltext definiert die Funktion <code>signal()</code>. Diese können Sie mit beliebigen Werten aufrufen. Die Funktion gibt ein Array mit den Werten eines Sinus zurück. Die wichtigsten Werte sind:</p>
<ul>
<li><code>f</code> die Frequenz und somit Tonhöhe des Sinus.</li>
<li><code>s</code> die Länge des Sinus in Sekunden.</li>
<li><code>A</code> die Amplitude, sie beeinflusst wie die Lautstärke des Signals vom Computer gelesen wird. <code>A=1</code> ist in diesem Fall der höchstmögliche Wert des Dateiformates und <code>A=0</code> wäre Stille.</li>
<li><code>fileformat</code> die Art der Enkodierung beziehungsweise die Bit-Tiefe. Geben Sie hier <code>np.int16</code> für 16-Bit PCM, <code>np.int32</code> für 32-Bit PCM oder <code>np.uint8</code> für unsignierte 8-Bit PCM Enkodierung an.</li>
</ul>
<p>In einem eigenen Artikel erklären wir ausführlich, wie Sie in <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/python-sinus-sinuskurve-plotten-mit-numpy-und-matplotlib/" target="_blank" rel="noopener">Python einen Sinus plotten und abspielen</a>.</p>
<h2 id="python-audio--datei-erhalten-mit-scipy">Python Audio — Datei erhalten mit SciSciPy</h2>
<p>SciPy ist eine Python Bibliothek. Sie ist für die Anwendung im wissenschaftlichen Bereich gedacht und hat viele nützliche Funktionen. Eine davon ist die <code>write</code> Funktion aus dem Modul <code>scipy.io.wavfile()</code>. Mit diesem Modul können Sie Eingangsdaten erstellen und Ausgangsdaten auslesen.</p>
<pre><code class="language-python">from scipy.io.wavfile import write
sine=signal(f=440, s=1, A=0.5, fileformat=np.int16)
write('python_audio.wav', samplerate, sine.astype(np.int16))
</code></pre>
<p>Importieren Sie zunächst das Modul mit <code>from scipy.io.wavfile import write</code>.<br />
Rufen Sie dann <code>sine=signal(f=440, s=1, A=0.5)</code> mit den gewünschten Werten auf. Geben Sie im Anschluss einen Namen für die Datei ein. Beachten Sie, den Namen in Anführungszeichen zu setzen und mit <code>.wav</code> zu beenden. Fügen Sie die Variable für die <code>samplerate</code> hinzu und geben Sie mit <code>sine.astype(np.int16)</code> die Enkodierungsform an — in diesem Fall 16-bit PCM.<br />
Die Funktion sollte dann eine Datei mit dem gewählten Namen im gleichen Ordner abspeichern, in dem das Programm gelaufen ist.</p>
<h2 id="python-audio--wave-modul">Python Audio — <code class="language-python">wave</code>Modul</h2>
<p>Sollten Sie keine Lust haben weitere Bibliotheken zu installieren ist hier ein weiterer Weg in Python eine Audio-Datei zu erhalten: Das in Python eingebaute <code>wave</code>-Modul.</p>
<pre><code class="language-python">import wave 

sine=signal(f=440, s=1, A=0.5, fileformat=np.int16)

filename = 'python_audio.wav' 

with wave.open(filename, 'wb') as wf:
    wf.setnchannels(1)  
    wf.setsampwidth(2) 
    wf.setframerate(samplerate)
    wf.writeframes(sine.tobytes())
</code></pre>
<p>Importieren Sie zuerst das <code>wave</code> Modul. Legen Sie im Anschluss den Namen der Datei in der Variable <code>filename</code> fest.<br />
Nutzen Sie die <code>wave.open()</code> Funktion:</p>
<ul>
<li>Um mit <code>wf.setnchannels(1)</code> die Menge der Ausgangs-Kanäle festzulegen. Wenn Sie einen einzelnen Kanal einstellen, wie in diesem Fall, wird die Datei in Mono gespeichert.</li>
<li>Legen Sie mit <code>wf.setsampwidth(2)</code> die Bit-Tiefe fest. Ein Wert von <code>2</code> bedeutet eine Bit-Tiefe von 16, <code>4</code> wären 32 Bit. Da das Sinus-Array auch mit 16-Bit gespeichert wurde, bietet sich 16 Bit hier an.</li>
<li>Bei <code>wf.setframerate()</code> reicht es, wenn Sie die vorher festgelegte <code>samplerate</code> Variable angeben.</li>
<li>Schreiben Sie dann mit <code>wf.writeframes(sine.tobytes())</code> das Sinus-Array auf eine WAV-Datei.</li>
</ul>
<h2 id="python-audio--das-soundfile-modul">Python Audio — Das Soundfile Modul</h2>
<p>Die <code>write</code> Funktion des Soundfile Moduls eignet sich ebenfalls, um in Python Audio-Dateien zu erhalten.</p>
<pre><code class="language-python">import soundfile as sf

sine=signal(f=440, s=1, A=0.5, fileformat=np.int16)

filename = 'python_audio.wav'
sf.write(filename, sine, samplerate)
</code></pre>
<p>Installieren Sie dafür zuerst das Modul. Importieren Sie es dann mit <code>import soundfile as sf</code>. Legen Sie den Dateinamen fest und speichern Sie ihn in der Variable <code>filename</code>.<br />
Schreiben Sie nun mit <code>sf.write()</code> unter Angabe der<code>samplerate</code> das Sinus-Array als WAV-Datei. Das Modul übernimmt die Enkodierung von 16 Bit PCM aus dem Array. Diese haben Sie beim Aufrufen der Funktion <code>signal()</code> festgelegt.</p>
<p>Wie Sie sehen gibt es viele verschiedene Wege eine WAV-Datei in Python zu erzeugen. Je nach Anwendungsbereich können manche davon praktischer sein als andere. In einem weiteren Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/python-sound-abspielen-so-gehts/">in Python Audio abspielen</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kulturelle Identität durch Musik: Ein Schlüssel zur Gemeinschaft</title>
		<link>https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/z-kulturelle-identitaet-durch-musik-ein-schluessel-zur-gemeinschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie-Luise Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Mar 2025 07:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Definitionen ‒ Musik]]></category>
		<category><![CDATA[musikpsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[musiksoziologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die kulturelle Identität beschreibt das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe, welches auf gemeinsamen kulturellen Merkmalen wie Sprache, Traditionen, Werten, Geschichte und Kunst basiert. Auch durch Musik können Sie ihre kulturelle Identität ausdrücken. Im Folgenden erklären wir, in welcher Form sich durch... <a class="more-link" href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/z-kulturelle-identitaet-durch-musik-ein-schluessel-zur-gemeinschaft/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die kulturelle Identität beschreibt das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe, welches auf gemeinsamen kulturellen Merkmalen wie Sprache, Traditionen, Werten, Geschichte und Kunst basiert. Auch durch Musik können Sie ihre kulturelle Identität ausdrücken. Im Folgenden erklären wir, in welcher Form sich durch die musikalische Identität auch das Gefühl einer kulturellen Gemeinschaft bilden kann.</p>
<h2>Formen der musikalischen Identität</h2>
<p>Die Musik prägt unsere Identität auf ganz unterschiedliche Arten. Die Formen der Identität können in zwei verschiedene Gruppen unterteilt werden. Einerseits drücken wir durch das Musikmachen und -hören unsere persönliche Identität aus. Auf der anderen Seite kann Musik auch Ausdruck einer kulturellen Identität sein.</p>
<div id="attachment_6150" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/audience-1867754_1280.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6150" class="wp-image-6150 size-medium" src="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/audience-1867754_1280-300x169.jpg" alt="Musik verbindet: Menschen feiern auf einem Konzert ihre Identität." width="300" height="169" srcset="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/audience-1867754_1280-300x169.jpg 300w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/audience-1867754_1280-1024x576.jpg 1024w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/audience-1867754_1280-768x432.jpg 768w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/audience-1867754_1280-945x532.jpg 945w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/audience-1867754_1280-600x338.jpg 600w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/audience-1867754_1280.jpg 1280w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-6150" class="wp-caption-text">Durch den Besuch von Konzerten unserer Lieblings-Musikgruppe können wir unsere Identität ausdrücken und mit Gleichgesinnten in Kontakt kommen. Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/pexels-2286921/?">Pexels</a> auf <a href="https://pixabay.com/de//?">Pixabay</a></p></div>
<h3>Musik als persönliche Identität</h3>
<p>Unsere musikbezogene Identität ist eine von vielen Identitäten, durch die wir unserer Persönlichkeit ausdrücken. Aus diesen verschiedenen Identitäten bildet sich unser gesamtes Selbstkonzept. Dabei vergleichen wir uns mit anderen, um unsere Identitäten besser zu verstehen. Beeinflusst werden unsere Identitäten auch durch Ideen über unser zukünftiges Ich. Der Vergleich mit einer zukünftigen Version des Selbst hilft uns, zu verstehen, wer wir heute sind. Außerdem motiviert uns diese Vorstellung, unser Verhalten zu ändern, um zukünftige Ziele zu erreichen. Unsere persönlichen Identitäten sind nicht fix, sondern von unserem Umfeld und unseren Zukunfstswünschen beeinflusst.</p>
<p>Die musikalische Identität kann dabei <strong>verschiedene Formen</strong> annehmen:</p>
<ul>
<li><strong>aktive Form:</strong> Die aktive Form der musikalischen Identität beschreibt, dass wir selbst Musik aktiv gestalten. Dies kann beispielsweise als Musiker&#8217;in einer Band, oder als Komponist&#8217;in stattfinden.</li>
<li><strong>passive Form:</strong> Die passive Form beschreibt musikbezogene Verhaltensweisen, welche sich nicht der Erzeugung von Musik widmen. Dies ist beispielsweise das Musikhören im Alltag oder das Verfolgen eine&#8217;r Künstler&#8217;in als Musikfan.</li>
</ul>
<p>Darüber hinaus erfüllt die musikalische Identität auch bestimmte <strong>Ziele</strong>, durch die wir unsere Persönlichkeit ausdrücken:</p>
<ul>
<li><strong>Musik hören:</strong> Wir hören Musik sowohl alleine als auch mit anderen Personen zusammen. Wenn wir alleine Musik hören, verschönert sie uns oft den Alltag und begleitet und bei täglichen Aufgaben. Daneben können wir emotionale Bedürfnisse durch Musik befriedigen und durch Musik ein positives Selbstbild erzeugen. Gemeinsam mit anderen Personen hören wir Musik auf Konzerten, in Musikklubs oder auch im Austausch mit Anderen. Dabei geht es oft darum, Menschen zu finden, die uns ähnlich sind oder aktiv in eine Beziehung mit den Musiker&#8217;innen treten.</li>
<li> <strong>Selbst Musik machen: </strong>Das aktive Musizieren ermöglicht uns, in Abhängigkeit von der gemachten Musik etwas von uns selbst darzustellen. Wir können so eine spezifische Rolle in Bezug auf die Gesellschaft, unsere persönliche Identität oder auch unser Geschlecht annehmen. Daneben hängt das aktive Musizieren auch vom persönlichen Konzept der Musikalität ab. So gibt es dabei Unterschiede zwischen Menschen, die Musik für eine Begabung halten und Menschen, die Musik für eine erlernbare Fähigkeit halten.</li>
</ul>
<h2>Die kulturelle Identität durch Musik ausdrücken</h2>
<p>Die Idee, dass sich durch Musik auch die kulturelle Identität einer Gesellschaft ausdrückt, teilen viele Musikethnologen. Ursprünglich geht die Idee einer kulturellen, musikalischen Identität jedoch auf den deutschen Philosophen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottfried_Herder" target="_blank" rel="noopener">Johann Gottfried Herder</a> zurück. Der Philosoph interessierte sich vor allem für die musikalische Folklore von Gesellschaften. Nach Herder bilden immaterielle Güter, wie Musik, bildende Künste und der Glaube, die grundlegende Essenz einer Kultur. Diese Ansicht ist eng mit dem romantischen Weltbild zum Ende des 18. und dem Beginn des 19. Jahrhunderts verbunden. Zu dieser Zeit bildete die von Generation zu Generation weitergegebene musikalische Tradition den musikalischen Geist der Gesellschaft.</p>
<p>Diese kulturelle Identität schien im Verlauf der Industrialisierung durch die Gegebenheiten der neuen Welt bedroht zu werden. Aufgrund der Verbesserung der individuellen Mobilität kam es zu einem stärkeren Austausch zwischen europäischen Kulturen. Die Grenzen zwischen den Kulturen schienen immer stärker zu verschwimmen. Aus diesem Grund versuchten die <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/was-ist-vergleichende-musikwissenschaft/" target="_blank" rel="noopener">vergleichenden Musikwissenschaftler&#8217;innen</a> zu dieser Zeit stark, die musikalische Folklore Europas durch eine gute Dokumentation vor ihrem „Untergang“ zu bewahren.</p>
<p>Auch Komponist&#8217;innen interessierten sich zu dieser Zeit sehr für die Folklore ihres Landes. So komponierte Bedřich Smetana mehrere Polkas. Dabei handelt es sich um einen Tanz aus seinem Heimatland Tschechien. Der finnische Komponist Edvard Grieg verwendete in seiner Musik häufig plagale Wendungen, die zu seiner Zeit typisch für die skandinavische Musik waren.</p>
<h3>Musik als nationale Identität</h3>
<p>Wie der letzte Absatz schon vermuten lässt, wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts die Musik als Ausdruck der kulturellen Identität des eigenen Landes von immer stärkerer Bedeutung. So mag es nicht verwundern, dass während dieses Jahrhunderts auch viele Nationalhymnen entstanden. Ziel der Nationalhymnen war es, die Bildung einer Gemeinschaft in einem politisch definierten Bereich — also den Grenzen der Nation — zu unterstützen. Nur selten findet man in den westlichen Nationalhymnen jedoch musikalische Einflüsse aus der Folklore. Inhaltlich beschäftigen sich die Hymnen häufig mit der Militärgeschichte oder der Schönheit des Landes sowie mit Ereignissen, die ein großes Kollektiv der Menschen teilt. Zu ihrer Kompositionszeit war ihr Verwendungszweck bereits für staatliche, offizielle Anlässe gedacht.</p>
<div id="attachment_6149" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/baseball-team-1529403_1280.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6149" class="size-medium wp-image-6149" src="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/baseball-team-1529403_1280-300x169.jpg" alt="Ein kanadisches Baseballteam steht auf dem Feld und singt die Nationalhymne." width="300" height="169" srcset="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/baseball-team-1529403_1280-300x169.jpg 300w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/baseball-team-1529403_1280-1024x576.jpg 1024w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/baseball-team-1529403_1280-768x432.jpg 768w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/baseball-team-1529403_1280-945x532.jpg 945w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/baseball-team-1529403_1280-600x338.jpg 600w, https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/12/baseball-team-1529403_1280.jpg 1279w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-6149" class="wp-caption-text">Das Singen der Nationalhymnen auf internationalen Sportevents ist ein gutes Beispiel für die Verwendung der Hymnen in heutiger Zeit. Quelle: Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/keithjj-2328014/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=1529403">Keith Johnston</a> auf <a href="https://pixabay.com/de//?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=1529403">Pixabay</a></p></div>
<p>Aus diesen Gründen tendieren die Hymnen jedoch dazu, die Themen der regierenden Gesellschaftsschicht zu transportieren. So erzählt die amerikanische Nationalhymne <a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/733H5CMPe61EZQhcZ3TDf8?si=4dab2c6e4b234fb5" target="_blank" rel="noopener"><em>The Star -Spangled Banner (Spotify)</em></a> vom Krieg zwischen den Briten und Amerikanern im Jahre 1812. Auf die Geschichte und Kultur der Natives nimmt die Hymne hingegen keinen Bezug.</p>
<p>Dennoch gibt es wenige Nationalhymnen auf der Welt, welche die indigenen Bevölkerungen des Landes berücksichtigen. Das gilt zum Beispiel für die neuseeländische Hymne <a href="https://open.spotify.com/intl-de/track/6TRYjfwmjqTOajP4EYwBMb?si=441d6527ea584672" target="_blank" rel="noopener"><em>God Defend New Zealand (Spotify)</em></a>. Neben dem englischen Text gibt es auch eine māorische Version des Textes. Die Versionen unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich der Sprache, sondern auch in ihrem Inhalt. So drückt die māorische Version kulturelle und spirituelle Werte der Māori aus. Zu offiziellen Anlässen wird sowohl eine englische, als auch eine māorische Strophe der Hymne gesungen.</p>
<h3>Die kulturelle Identität in Musik aus moderner Perspektive</h3>
<p>Auch wenn das romantische Bild, dass die Musik als Teil des immateriellen Geistes kultureller Identität eine Gesellschaft prägt, besteht bis heute. Dennoch lässt sich kulturelle Identität in heutiger Zeit noch viel weniger als zu Herders Zeiten an Landesgrenzen festmachen. Dies ist auch von den diversen Transformationen des 20. und 21. Jahrhunderts beeinflusst:</p>
<ul>
<li><strong>Digitalisierung und Musikstreaming</strong>: Heute ist es dank Streamingdiensten überall auf der Welt möglich, Musik aus anderen Regionen zu hören. Dadurch kommt es zu einer stärker individualisierten musikalischen Identität. Lokale Traditionen rücken mehr in den Hintergrund und musikalische Subkulturen können sich über weite geografische Entfernungen bilden und austauschen. Dabei ist die gehörte Musike jedoch auch heute noch stark davon abhängig, in welcher Form Personen aktiv nach spezifischer Musik suchen.</li>
<li><strong>Migration und transkultureller Austausch</strong>: Durch Migration und Diaspora entstehen neue kulturelle Identitäten. Dabei verbinden sich häufig Aspekte von zwei kulturellen Lebenswelten. Beispiele in der Musik dafür sind Stile wie Hip-Hop, Afrobeat oder auch Rap. Musik dient dabei einerseits der Identitätsbewahrung, aber auch der Integration in die neue kulturelle Lebenswelt.</li>
<li><strong>Globalisierung</strong>: Durch Migration und Digitalisierung verbreiten sich ursprünglich regionale Musikstile in heutiger Zeit viel schneller über den Globus. Dies fördert ebenfalls die Vermischung von Musikkulturen, die früher eine geografische Trennung aufwiesen. Auch wenn heute dadurch viel mehr Musik verfügbar ist, gehen einige Musikstile jedoch auch in der schieren Masse an verfügbarer Musik unter.</li>
<li><strong>Wiederbelebung traditioneller, lokaler Musikstile</strong>: Dem stehen die Bemühungen vieler indigenen Gemeinschaften gegenüber, ihr kulturelles Erbe wiederzubeleben und ihm eine stärkere Präsenz zukommen zu lassen. Dies stärkt einerseits die kulturelle Identität dieser Gemeinschaften und bildet andererseits eine Gegenbewegung zur Homogenisierung der musikalischen Kulturlandschaft durch die Globalisierung.</li>
</ul>
<p>Die kulturelle Identität in Bezug auf Musik lässt sich nicht durch Landesgrenzen oder politische Fakten definieren. Viel mehr wird sie durch den Austausch zwischen globalen Trends und lokalen Traditionen geprägt. Auf diesen Prozess wirken auch Faktoren der persönlichen musikalischen Identität mit ein. Andererseits beeinflusst die musikbezogene kulturelle Identität auch unsere persönliche Identität. Wir können also schließen, dass häufig verschiedene kulturelle Identitäten der Musik relativ unabhängig von einem geografischen Raum existieren.</p>
<p>Weshalb <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/die-spanische-nationalhymne-ein-staatslied-ohne-text/" target="_blank" rel="noopener">die spanische Nationalhymne</a> keinen Text hat, können Sie ebenfalls auf unserem Blog erfahren.</p>
<h2>Quellen:</h2>
<p>MacDonald, R.; Hargreaves, D.J.; Miell, D.: <em>Handbook of musical identities</em> (First edition). (2017). Oxford University Press.</p>
<p>Thompson, W. F.; Olsen, K. N.:<em> The science and psychology of music: From Beethoven at the office to Beyoncé at the gym</em>. (2021). Greenwood.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/z-kulturelle-identitaet-durch-musik-ein-schluessel-zur-gemeinschaft/">Kulturelle Identität durch Musik: Ein Schlüssel zur Gemeinschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de">SystMus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Musikkonsum — Leidenschaft, Nutzung und Identität</title>
		<link>https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musikkonsum-leidenschaft-nutzung-und-identitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tabea Fleck]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Jun 2024 06:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Definitionen ‒ Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Musikmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[musikpsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[musiksoziologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Musikkonsum ist in dem letzten Jahr von 20,1 Stunden auf 20,7 Stunden gestiegen. Aber wie beeinflusst dieser Anstieg das psychische Wohlbefinden? Und welche Rolle spielt die Nutzung der Musik und die musikalische Leidenschaft im psychischen Wohlbefinden? In diesem Artikel... <a class="more-link" href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musikkonsum-leidenschaft-nutzung-und-identitaet/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Musikkonsum ist in dem letzten Jahr von 20,1 Stunden auf 20,7 Stunden gestiegen. Aber wie beeinflusst dieser Anstieg das psychische Wohlbefinden? Und welche Rolle spielt die Nutzung der Musik und die musikalische Leidenschaft im psychischen Wohlbefinden? In diesem Artikel erfahren Sie mehr über das Zusammenspiel zwischen Musikkonsum, der musikalischen Leidenschaft, der Nutzung von Musik und deren potenziellen psychischen Auswirkungen.</p>
<h2>Was ist Musikalische Leidenschaft?</h2>
<p>Eine Leidenschaft ist durch eine intensive Begeisterung für eine bestimmte Tätigkeit gekennzeichnet, die sich durch Emotionen oder Hingabe äußern kann. Durch das umfassende Engagement, welches Sie in eine Aktivität investieren, wird diese ein zentrales Merkmal Ihrer Person. Leidenschaft sorgt dafür, dass Sie eine Band oder eine Musikrichtung nicht einfach nur mögen, sondern Fan sind. Sie äußert sich in einer ästhetischen Hingabe, wie einem spezifischen Kleidungsstil. Auch Musiker’innen widmen sich die meiste Zeit ihrer Musik, weshalb diese ebenfalls eine musikalische Leidenschaft haben.</p>
<div id="attachment_4203" style="width: 310px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4203" class="wp-image-4203 size-full" src="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/05/Musikkonsum_aesthetische-anpassung.jpg" alt="Musikkonsum am Beispiel der ästhetischen Hingabe von Musiker'innen. Drei Gitarristen mit einer bestimmten Genreästhetik. " width="300" height="169" /><p id="caption-attachment-4203" class="wp-caption-text">Musikkonsum am Beispiel der ästhetischen Hingabe von Musiker&#8217;innen. Quelle: Pixabay</p></div>
<p>Das Konstrukt der Leidenschaft wird von dem Dualistischen Modell der Leidenschaft erklärt. Dieses Modell unterteilt die Leidenschaft in eine harmonische und in eine obsessive Leidenschaft. Das Modell beschreibt sie als eine starke Neigung zu einer bestimmten Tätigkeit, wie die Musik, in die man Zeit und Energie investiert. Diese Tätigkeit wird zu einem wesentlichen Bestandteil der Identität einer Person.</p>
<ul>
<li><strong>Die harmonische Leidenschaft:</strong> eine autonome Verinnerlichung der Musik zu der Identität einer Person. Weder Musiker’innen noch Fans haben einen externen oder internen Zwang sich mit Musik auseinander zusetzten. Dies resultiert in positive Emotionen im Zusammenhang mit Musik, die zum Beispiel Stress reduziert, wenn sie sich mit Musik auseinandersetzten.</li>
<li><strong>Die obsessive Leidenschaft:</strong> Musiker’innen und Fans sind von internen und externen Zwängen kontrolliert. Das bedeutet, dass sie ein unkontrollierbares Verlangen haben, sich mit Musik auseinanderzusetzen. Dadurch werden schlussendlich andere Bereiche deren Lebens, wie die Familie oder Gesundheit, vernachlässigt. Die obsessive Leidenschaft äußerst sich in negativen Emotionen, wie Angststörungen oder Depressionen.</li>
</ul>
<h2>Entwicklung<strong> des Musikkonsums</strong></h2>
<p>Die Musikindustrie hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert, welches unter anderem den Streamingdiensten zugrunde liegt. Durch den <a href="https://miz.org/de/nachrichten/musikkonsum-ist-laut-neuer-ifpi-studie-weltweit-gestiegen" target="_blank" rel="noopener">wachsenden Musikkonsum</a> über Streamingdienste ist die weltweite Stundenanzahl des Musikhörens von 20,1 Stunden aus dem Jahr 2022 zu 20,7 Stunden im Jahr 2023 angestiegen. Zeitgleich nimmt der Kauf von CDs und Musik-Downloads stetig ab (<a href="#section">Bender, 2022</a>). Mehr zu dieser Entwicklung finden Sie in dem Artikel über <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/cds-oder-streaming-der-wandel-der-audiomedien/" target="_blank" rel="noopener">CDs oder Streaming</a>.</p>
<p>In der Art und Weise, wie heutzutage Musik konsumiert wird, gibt es eine klare Unterteilung in verschiedene Altersgruppen. Das Angebot unterteilt sich in zwei Kategorien. Nämlich Musik zu besitzen („Music to Own“) oder Musik zu streamen („Music To Stream“).</p>
<p>Die meisten Konsument&#8217;innen nach Altersgruppe sind:</p>
<ul>
<li>Kostenpflichtiges Streaming: 20-29-Jährige</li>
<li>kostenloses Streaming: 20-29 und 30-39-Jährige</li>
<li>CDs: 50-59-Jährige</li>
<li>Vinyls: 50-59-Jährige</li>
<li>Download:40-49-Jährige</li>
</ul>
<p>Dies zeigt, dass die Angebotsformen altersabhängig sind.</p>
<h2>Der Musikkonsum — Auswirkungen auf die Identität</h2>
<p>Die Musik kann aus einem individualpsychologischen oder sozialpsychologischen Nutzen verwendet werden. Der individualpsychologische Nutzen bezieht sich auf die Befriedigung des individuellen Bedürfnisses, wie Unterhaltung oder emotionale Stimulation. Der sozialpsychologische Nutzen hingegen bezieht sich auf eine soziale Funktion, wie eine Zuordnung oder Abgrenzung bestimmter sozialer Gruppen aufgrund einer musikalischen Vorliebe.</p>
<p>Der Musikkonsum kann sich aber auch in drei Nutzungskategorien unterteilen. Diese sind der rationale, emotionale und soziale Nutzen.</p>
<ul>
<li><strong>Der rationale Nutzen:</strong> eine intellektuelle Analyse der Musik. Konsument‘innen haben höhere Erwartungen an ein Musikstück.</li>
<li><strong>Der emotionale Nutzen:</strong> eine emotionale Stimulation der Konsument‘innen durch eine Unterhaltung oder einen ekstatisch-körperlichen Musikkonsum.</li>
<li><strong>Der soziale Nutzen:</strong> eine Zuneigung oder Abgrenzung bestimmter Gruppen hin.</li>
</ul>
<p>Neben der Nutzungsart von Musik ist auch das Engagement, mit dem sich Konsument’innen bestimmten Künstler’innen oder der Musik widmen, relevant. Dieses ist Situationsabhängig. Bei Konzerten ist das Engagement höher, als wenn Sie Musik im Hintergrund verwenden.</p>
<p>Insbesondere Jugendliche verwenden Musik, um sich zu identifizieren und sich von Erwachsenen abzugrenzen. Ein wichtiger Aspekt ist es, dass Konsument‘innen sich Künstler’innen und <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musik-und-persoenlichkeit-sind-sie-was-sie-hoeren/" target="_blank" rel="noopener">Musik zu ihrer Persönlichkeit</a> und ihrem Gemütszustand passend aussuchen. Daher hören Musikkonsument‘innen, die zum Beispiel kreative und intellektuelle Stimulation benötigen, eher unkonventionelle und komplexe Musik. Menschen, die gesellig und enthusiastisch sind, hören lieber energetische und belebende Musik.</p>
<p>Die Art der musikalischen Leidenschaft, und somit auch der Musikkonsum, hängt mit dem psychischen Wohlbefinden zusammen. Sofern Musikkonsument‘innen eine harmonische Leidenschaft zur Musik zeigen, äußert sich dies im psychologischen Wohlbefinden. Hingegen äußert sich eine obsessive Leidenschaft von Musikkonsument’innen in negativen psychischen Zuständen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Der weltweite Musikkonsum ist in den letzten Jahren gestiegen, welches unter anderem dem Zuwuchs der vielen Streamingdienste zugrunde liegt. Dadurch werden die unterschiedlichen Präferenzen der Musikkonsumvarianten verschiedener Altersgruppen deutlich. Die musikalische Leidenschaft, welche in eine harmonische und obsessive Leidenschaft unterteilt wird, definiert die Art und Weise wie Musikkonsument’innen sich mit Musik auseinandersetzten. Im Zusammenhang mit verschiedenen Nutzungsarten der Musik wird die Identität und die psychischen Auswirkungen der Musikkonsument’innen beeinflusst. Erfahren Sie in einem weiteren Artikel mehr über den <a href="https://systmus.blogs.uni-hamburg.de/musikgeschmack-verstehen-darum-moegen-sie-metal-oder-klassik/" target="_blank" rel="noopener">individuellen Musikgeschmack</a>.</p>
<h3>Quellen zum Musikkonsum<strong><br />
</strong></h3>
<ul>
<li id="section">Bender, M. (2022). <a href="https://doi.org/10.1007/978-3-658-39208-6" target="_blank" rel="noopener">Artist Brand Management: Künstlermarkenaufbau durch Musiklabels im digitalen Wandel</a>, Springer, pp. XXX.</li>
<li>Bonneville-Roussy, A., Vallerand, R.J. (2020). <a href="https://doi.org/10.1177/0305735618797180" target="_blank" rel="noopener">Passion at the heart of musicians’ well-being</a>. <em>Psychology of Music, 48</em> (2), pp- 266-282.</li>
<li>Musikkonsum ist laut neuer IFPI-Studie weltweit gestiegen. (2023). <a href="https://miz.org/de/nachrichten/musikkonsum-ist-laut-neuer-ifpi-studie-weltweit-gestiegen" target="_blank" rel="noopener">miz.org</a>.</li>
<li>Nave, G., Minxha, J., Greenberg, D. M., Kosinski, M., Stillwell, D., &amp; Rentfrow, J. (2018). <a href="https://doi.org/10.1177/0956797618761659" target="_blank" rel="noopener">Musical preferences predict personality: Evidence from active listening and Facebook likes</a>. <em>Psychological science</em>, <em>29</em>(7), 1145-1158.</li>
<li>Powell, M., Olsen, K. N., Vallerand, R. J., &amp; Thompson, W. F. (2024). <a href="https://doi.org/10.1177/10298649231157404" target="_blank" rel="noopener">Passion, music, and psychological well-being</a>. <em>Musicae Scientiae, 28</em>(1), pp. 29-57.</li>
</ul>
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